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Antibiotika: Kein Allheilmittel bei Atemwegsinfektionen von Kindern

Gerade in der kalten Jahreszeit sind Atemwegsinfektionen bei Kleinkindern und Säuglingen keine Seltenheit. Benötigt mein Kind ein Antibiotikum oder reichen einfache Hausmittel und Ruhe aus ist eine der Fragen, die sich besorgte Eltern stellen.

In diesem Artikel:

Antibiotika - Ein wertvolles Medikament

Ratgeber

Der Bundesverband der niedergelassenen Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) hat einen Ratgeber für Eltern von Kindern mit Atemwegsinfektionen herausgegeben.Broschüre „Wann muss ich mir Sorgen machen?“

"Obwohl Kinder- und Jugendärzte im Allgemeinen mit der Gabe von Antibiotika sehr zurückhaltend sind", so Dr. med Hermann Josef Kahl, „erlebt man im Alltag der Kinderarztpraxen häufig, dass Eltern für ihre Kinder ein Antibiotikum fordern, auch wenn es dafür keinen medizinischen Grund gibt.“ Denn rund 80 Prozent aller Atemwegserkrankungen werden durch Viren verursacht, die man leider nicht behandeln kann. Auch nicht mit einem Antibiotikum. Hier kann man nur versuchen, die Beschwerden der Kinder zu lindern und dem kleinen Körper ausreichend Zeit zur Erholung zu geben. Nur bei rund 20 Prozent aller Atemwegserkrankungen handelt es sich wirklich um eine bakterielle Infektion, die dann mit einem vom Kinderarzt verordneten gezielten Antibiotikum bekämpft wird.

Multiresistente Keime — ein gesellschaftliches Problem

Antibiotika sind wertvolle Medikamente, die schon vielen Kindern das Leben gerettet haben. Das soll auch so bleiben. Doch aufgrund des massiven Anstiegs an Antibiotika-Vergaben, werden die Bakterien widerstandsfähig und entwickeln im Laufe der Zeit eine Resistenz. Im Ernstfall bedeutet das, dass das Antibiotikum nicht mehr wirken kann. Sind die Bakterien gleich gegen mehrere Antibiotika resistent geworden, werden sie zu multiresistenten Erregern (MRE), die dann kaum noch zu bekämpfen sind und eine ernsthafte Gefahr darstellen. So nehmen die Fälle schwerkranker Kinder zu, bei denen herkömmliche Antibiotika nicht mehr wirken.

Tipps

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Viel Ruhe und Erholung. Damit das eigene Immunsystem erfolgreich die Krankheitserreger bekämpfen kann, benötigen Babys und Kleinkinder in erster Linie viel Ruhe und Erholung.

Viel Trinken. Trinken, trinken und nochmals trinken ist das A und O bei Atemwegserkrankungen. Durch die vermehrte Flüssigkeitszufuhr wird der Abfluss des Sekrets aus den Atemwegen erleichtert.

Viel Liebe und Verständnis. Wenn Kinder krank sind oder fiebern, sind sie häufig etwas quengelig. Da hilft nur viel Liebe, Verständnis und gemütliche Kuschelstunden im Bett.

Inhalieren und einreiben. Der warme Wasserdampf bei der Inhalation befeuchtet die Atemwege und verbessert so den Heilungsprozess. Wenn man möchte, kann man auch ätherische Öle oder Kräuter zusätzlich hinzufügen.

Warum ein sorgsamerer Umgang mit Antibiotika so wichtig ist

Das andere Problem: Die Darmflora von Kindern ist noch im Aufbau begriffen, die Abwehrkräfte entwickeln sich erst mit der Zeit. Antibiotika können sich dabei negativ auswirken. So haben Wissenschaftler festgestellt, dass Menschen, die in ihrer Kindheit oft Antibiotika geschluckt haben, eher zu chronischen Darmentzündungen oder Asthma neigen.

Was sonst hilft: Kranke Kinder brauchen Ruhe, Erholung und Zuwendung

"Ab ins Bett" lautet die Devise, denn ausreichend Zeit und Ruhe ist das, was der kleine Körper jetzt zum Erholen braucht. So kann das eigene Immunsystem erfolgreich die Krankheitserreger bekämpfen. Die beste Zeit also für lange Kuschel- und Lesenachmittage im Bett.


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