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PEKiP, Pikler & Co – Babys begleiten und fördern

Im ersten Lebensjahr entdeckt ein Baby die Welt. Es ist wunderschön, seine Entwicklungsschritte zu begleiten. Genau darum geht es in den unterschiedlichen Krabbelgruppen, Spiel- und Entwicklungskursen: Ob Pikler, FenKid, ElBa oder PEKiP – überall steht das Baby im Mittelpunkt.

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PEKiP – was ist das?

Was ist PEKiP? Eine Abkürzung, und zwar für das „Prager-Eltern-Kind-Programm“, das die Psychologin Christa Ruppelt Anfang der siebziger Jahre entwickelte. Es beruht auf den Erkenntnissen des Prager Psychologen Dr. Jaroslav Koch. Mittlerweile ist es zum Klassiker unter den Gruppen für Babys erstes Lebensjahr geworden.

Was passiert im PEKiP Kurs?

Im Wesentlichen geht es darum: Dem Baby Zeit und Aufmerksamkeit widmen, damit es vielfältige Erfahrungen machen kann. Und weil sich Babys am freiesten fühlen, wenn sie keine dicke Windel am Po haben, sind die Sprösslinge während der PEKiP-Stunde nackt. Die Treffen finden bei ca. 27 Grad Zimmertemperatur statt, damit die Minis während der Spielzeit nicht frieren. Der Raum ist mit Matten ausgelegt. Spielend erkunden sie die Welt, probieren aus, was sie schon können und lernen neue Fähigkeiten dazu: Mit drei Monaten nehmen Säuglinge Blickkontakt zueinander auf, später kommen das Greifen, Aufeinander-zu-robben, die Verständigung durch Mimik und Babylaute hinzu. Mit einem halben Jahr tauschen sie ihre Spielsachen: Ball gegen Tuch, Holzklotz gegen Rassel. Für die begleitenden Eltern bietet der PEKiP Kurs Gelegenheit, sich auszutauschen und Fragen zur Babypflege und Erziehung loszuwerden.

Welche PEKiP Übungen gibt es?

Was während der Stunde geschieht, entscheidet jedes Kind nach seinem individuellen Bedürfnis. Die Babys dürfen sich selbstständig bewegen, sie geben das Tempo vor. Die Gruppe leitet eine speziell für PEKiP ausgebildete Fachkraft. Sie gibt Anregungen für Bewegung und Sinneserfahrung: Sie zeigt, wie die Kleinen über einen Wasserball rollen und dabei die Beinchen einsetzen, wie Mütter ihre Kinder im Tuch schaukeln können. Babys dürfen nach einem Luftballon an einer Schnur greifen oder mit den Beinen danach strampeln. Spielzeug in unterschiedlichen Materialien, Formen und Größen regt die Sinne an: Knisternde Butterbrottüten, Tastsäckchen, Holzspielzeug, Stapelbecher. Auch für das Spielen zuhause sind Objekte aus dem Haushalt interessant, wenn sie nicht scharfkantig, giftig oder zu klein sind.

Ab wann kann ich mit meinem Baby zum PEKiP oder zum Pikler Kurs?

Die Kurse richten sich an Eltern mit Babys ab der 6. Lebenswoche. Es gibt drei Kursstufen und die Babys in einem Kurs sind in etwa gleich alt. Ein späterer Einstieg in die nächste Stufe ist möglich, wenn ein Platz frei ist.

Was unterscheidet Pikler von PEKiP?

Ob Pikler, PEKiP, DELFI, ElBa, Fabel – alle Programme haben ein gemeinsames Ziel: Sie sollen die Eltern-Kind-Beziehung stärken und das Baby in seiner Entwicklung unterstützen. Sie bieten Babys Freiraum, damit sie tasten, fühlen, schmecken, sich bewegen dürfen. Jedes Konzept gewichtet Eltern, Kind und Gruppe anders. Bei PEKiP steht das Bedürfnis des Babys im Mittelpunkt. Mütter werden dazu ermutigt, darauf zu achten und zu reagieren. Ist das Kind aktiv, will es sich bewegen? Dann gibt es Übungen, die seinem Entwicklungsstand entsprechen. Ist es müde? Dann darf es schlafen, auch wenn die anderen Babys gerade vergnügt spielen.

Das Besondere bei Pikler: Die Kinder werden nicht zum Bewegen oder Spielen angeregt. Die Eltern sind Zuschauer, nicht Animateure. Den Kleinen wird auch nicht geholfen, Spielgegenstände oder Bewegungsstufen zu erreichen, für die sie noch nicht bereit sind. Basis der Pikler-Kurse sind die Erfahrungen und Forschungen der ungarische Kinderärztin Emmi Pikler (1902 - 1984): Als Leiterin eines Kinderheims lag ihr vor allem die körperliche und Seelische Gesundheit der Heimkinder am Herzen. Du findest diese Kurse auch unter dem Titel „Das erste Lebensjahr“. 

Gibt es spezielles Pikler Spielzeug?

Es gibt spezielle Pikler Spiel- und Bewegungsmaterialien, zum Beispiel niedrige Podeste, Krabbelkisten und Anbaukeile, mit deren Hilfe schräge Ebenen entstehen, die die Kleinen krabbelnd überwinden können. Hinzu kommen das Labyrinth, ein Kriechtunnel aus Holz und das Pikler-Dreieck. Das ist eine Art Klettergerüst mit runden Stäben, das zum Klettern speziell für Kleinkinder konstruiert wurde.

Was kosten PEKiP- oder Pikler Kurse?

Ein PEKiP- oder Pikler Kurs besteht aus 10 Treffen á 90 Minuten und kosten 70 bis 90 €. Die Treffen finden einmal wöchentlich statt. Maximal 8 Eltern-Kind-Paare mit etwa gleichaltrigen Babys können an einem Kurs teilnehmen. Der erstreckt sich über das gesamte 1. Lebensjahr. Nach jedem Kurs kannst über eine Verlängerung entscheiden.

Wer leitet PEKiP oder Pikler Kurse?

PEKiP und Pikler sind geschützte Namen, nur qualifizierte PEKiP- bzw. Pikler-Gruppenleiterinnen dürfen unter dieser Bezeichnung eine Gruppe anleiten. Zusätzlich zur pädagogischen Fachausbildung ist dafür eine spezielle PEKIP bzw. Pikler Ausbildung nötig.

Gibt es noch andere Alternativen zu PEKiP oder Pikler?

Kurse und Konzepte für das erste Lebensjahr gibt es jede Menge – z.B. Krabbelgruppe, DELFI, FenKid, ElBa oder Fabel erweitern das Kursangebot.

Wie finde ich einen PEKiP- oder Pikler Kurs?

PEKiP-Kurse werden von Familienbildungsstätten, Krankenhäusern, Volkshochschulen, caritativen Vereinen oder privaten Einrichtungen angeboten. Kurse in deiner Nähe findest du weiter unten in der Liste.

Thea Wittmann

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