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Die Schnullerfrage - Darf der Schnulli abgeleckt werden?

Was tun, wenn der Schnuller auf der Erde landet? Abkochen, abwaschen oder im Notfall ablutschen? Schwedische Forscher haben in einer Studie an 184 Babys herausgefunden, dass es kein Problem ist, wenn Eltern gelegentlich den Schnuller des Nachwuchses ablecken. Im Gegenteil, es könnte sogar das Allergierisiko der Babys minimieren, weil es das Immunsystem der Kleinen trainiert.

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Die Schnullerfrage - Darf der Schnulli abgeleckt werden?

Tatsächlich sehen auch die Ärzte der Informationsstelle für Kariesprophylaxe diesen positiven Effekt des Schnuller-Ablutschens. Dennoch hält ihr Sprecher, Prof Dr. Stefan Zimmer von der Uni Witten-Herdecke dagegen, dass sich im elterlichen Mund auch Erkältungskeime und Erreger von Infektionen befinden können. So können zum Beispiel Herpesviren Babys in den ersten drei Monaten durchaus gefährlich werden. Bei akuten Infektionen sowie generell bei den Allerkleinsten rät er darum vom Ablecken des Schnullers eher ab. Das gilt genauso für das Ablutschen des Däumchens oder Küsse auf den Mund.

Für größere Kinder gilt es abzuwägen. So wie im normalen Familienalltag aus Gründen der Kariesvorbeugung zwar jeder seine eigene Zahnbürste haben sollte, wird andererseits durchaus mal aus einem Becher getrunken oder von einem Löffel gegessen.

Tatsächlich wird ohnehin kaum ein Elternteil dauerhaft den Vorschnullerer geben wollen. Im Notfall aber darf das ohne schlechtes Gewissen sein. Stillende Mütter haben auch bei dem Schnuller-Problem einen Vorteil: Sie könnten theoretisch einfach ein bisschen Muttermilch über den Schnuller laufen lassen. Doch vermutlich ist der nächste Wasserhahn näher, als ein geschützter Platz um eben mal Milch aus der Brust auszustreichen.

Welcher Schnuller ist der Richtige?

Der kleine Schatz ist satt, trocken und auf Mamas Arm. Trotzdem schreit er. Die Augen sind schon ganz müde klein, aber er schreit. Jetzt ein Schnuller. Vielleicht hilft der beim Einschlafen. Ja oder nein? Rein oder schreien?

Nuckeln ist angeboren. Babys lutschen schon im Mutterleib am Daumen und bei den meisten geht das Saugbedürfnis zumindest in den ersten Lebensmonaten über die reine Nahrungsaufnahme hinaus. Um dies zu befriedigen, kann ein Schnuller tatsächlich hilfreich sein. Vielfach wird stillenden Müttern jedoch geraten, in den allerersten Lebenswochen lieber auf einen Schnuller zu verzichten, um das Kind nicht zu verwirren. Zuverlässig nachgewiesen werden konnte der negative Effekt eines Schnullers auf das Stillen indessen nicht.

Ein Schnuller mit einem dem kindlichen Gaumen angepassten Form ist für die Entwicklung des Kiefers allemal besser als Daumenlutschen. Das sagt auch die Initiative Kiefergesundheit, ein von Kieferorthopäden gegründeter Verein. Zwar hat eine skandinavische Studie ergeben, dass es zwei bis drei Jahre stetiges Schnullern braucht, bis sich Zahnfehlstellungen am Ober- bzw. Unterkiefer bemerkbar machen, dennoch rät die Initiative Kiefergesundheit um den ersten Geburtstag die Nucki-Phase zu beenden, denn mit den ersten Zähnen wird der Saugreflex durch den Kaureflex ersetzt. Da ein guter Schnuller im Mund ohnehin möglichst wenig Platz einnimmt, kann es hilfreich sein, einfach bei Schnullergröße eins zu bleiben. Wird dieser dem Kind irgendwann zu klein, löst sich die Schnullerfrage vielleicht ganz von selbst. Ob Silikon oder Latex ist meist eine Frage des Geschmacks. Grundsätzlich sind Silikonschnuller hitzebeständiger und bleiben auch bei häufigem Auskochen ansehnlicher, Latexschnuller jedoch sind bissfester. Es gibt Kinder, die auf die im Naturkautschuklatex enthaltenen Eiweiße allergisch reagieren, aber genauso Kinder, die Silikonschnuller kategorisch ablehnen.


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