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Baby im Elternbett

Viele Eltern nehmen ihr Baby gern mit zu sich ins Bett. Weil das Baby in Mamas Nähe ruhiger ist. Weil es gerade für stillende Mütter kräfteschonend und praktisch ist, nachts nicht durchs Haus schleichen zu müssen und weil es ungemein beruhigt, das Kind neben sich schlummern und atmen zu hören.

In diesem Artikel:

Herzlich willkommen im Familienbett

Häufig wird Eltern jedoch davon abgeraten, mit der Begründung, das es im Elternbett ein höheres Risiko habe, am plötzlichen Säuglingstod (SIDS) zu sterben. Eine Aussage, die für sich allein zu pauschal daherkommt. Da die Ursache des Säuglingstods noch immer unklar ist, suchen Studien einen Zusammenhang zwischen Schlafumfeld und Risiko. Zigarettenrauch, eine überhitzte Schlafumgebung, Alkohol- und Drogenkonsum der Eltern und das Schlafen des Kindes in Bauchlage scheinen demnach das Risiko zu erhöhen, während Stillen, das Schlafen in Rückenlage und in der näheren Umgebung der Eltern die Gefahr deutlich minimieren. Schläft das Kind in einem Raum mit den Eltern, bekommen diese eher mit, wenn etwas nicht stimmt. Zudem kann der elterliche Atemrhythmus stimulierend auf das Kind wirken. Ob der Schlafort wirklich als Risiko auszumachen ist, darauf kann die Wissenschaft keine sichere Antwort geben. In jedem Fall ist mit Zahlen nicht zu belegen, dass ein vollgestilltes Kind, das bei angenehmer Raumtemperatur in Rückenlage, bei seinen nicht trinkenden, nicht rauchenden Eltern im Bett liegt, stärker gefährdet ist, als in seinem eigenen Bett.

Von den 675.000 Babys, die 2011 in Deutschland geboren wurden, sind etwa etwa 150 Kinder an SIDS gestorben. 21 von ihnen im Bett ihrer Eltern (das sind 0,003%). Bei fast allen von ihnen haben jedoch Zigarettenrauch, Alkohol, Drogen, Schlafmittel und andere riskante Einflüsse eine Rolle gespielt.

Wer sein Kind nahe bei sich haben möchte, jedoch auf keinen Fall in der Mitte, für den sind die Beistellbettchen, die am Elternbett befestigt werden, eine gute Alternative.

Infofilme

Auf www.schlaf-gut-baby.de wird kurz und gut erklärt, wie du für dein Baby eine gute Schlafumgebung einrichten kannst.

Durchschlafen ist kein Muss

Eltern, die erzählen, dass ihr Baby regelmäßig in ihrem Bett in der Mitte schläft, müssen sich mitunter einiges anhören: Würdet ihr das Kleine nicht ständig bei euch haben, würde es längst durchschlafen. So lernt es ja nie schlafen! Stimmt nicht, sagt der Kinderarzt und Wissenschaftler Dr. Herbert Renz-Polster. Dass schon die Kleinsten verlässlich durchschlafen, sei nämlich im kindlichen Bauplan gar nicht vorgesehen und es sei ein Irrglaube, dass selbstständiges Einschlafen dem Kind auch in anderen Bereichen zu mehr Selbstständigkeit verhelfe.

Es gibt einfach Kinder, die zum Einschlafen mehr Nähe brauchen. Oft sind das sogar die Kinder, die als sicher gebunden gelten. Gerade gestillte Kinder wachen natürlicherweise nachts häufiger auf. Schlafen Mutter und Kind dicht beieinander, stimmen sich mütterlicher und kindlicher Schlafrhythmus aber in der Regel so aufeinander ab, dass die Mutter seltener in einer Tiefschlafphase geweckt wird. Und zum Trost für alle Eltern, die glauben, nur ihr Kind verlange des Nachts nach ihnen: ein Drittel aller Zweieinhalbjährigen meldet sich nachts noch regelmäßig. Das ändert sich meist zwischen dem dritten und vierten Geburtstag.


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