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Ratgeber Gesundheit - Allergien und Allergieauslöser

Manchmal erscheinen die Symptome von einem Tag auf den anderen: Rote schuppende Hautstellen, Atemnot, tränende Augen und eine schniefende Nase. Typische Anzeichen für drei allergische Erkrankungen, von denen Kinder am häufigsten betroffen sind: Neurodermitis, Asthma und Heuschnupfen. Im schlimmsten Fall kommt alles zusammen.

In diesem Artikel:

Allergieauslöser lauern überall

Ursache für diese drei Leiden ist einerseits eine Überempfindlichkeit von Haut und Schleimhäuten, andererseits eine Störung des Immunsystems, das auf eigentlich harmlose Reize mit dem massiven Ausschuss eines bestimmten Abwehrstoffes reagiert. Sein medizinischer Name: IgE. Ein Antikörper, der Entzündungen auslöst. Geschieht dieser Vorgang in der Haut, entsteht eine Neurodermitis, sind Bronchial- oder Nasenschleimhaut betroffen, entwickeln sich Asthma oder Heuschnupfen. Beides, die Überempfindlichkeit von Haut und Schleimhäuten, aber auch die immunologische Neigung, zuviel IgE-Antikörper zu produzieren, ist angeboren. Die Mediziner sprechen von einer atopischen Veranlagung (griechisch: atopos: seltsam, merkwürdig).

Den Milben trotzen

  • Für gebrauchte Stubenwagen, Bettchen oder Wiegen unbedingt eine neue Matratze kaufen
  • kein Lammfell ins Kinderbett
  • Bettzeug täglich lüften
  • Bettwäsche alle zwei Wochen bei mehr als 60 Grad waschen
  • Möglichst wenig und nur waschbare Kuscheltiere
  • Nachts die Heizung im Kinderzimmer herunter stellen. Ideale Schlaftemperatur: 18 Grad. Den Milben ist das zu kalt.

Zwar sind Allergien nicht vererblich, hat aber ein Elternteil eine Allergie (Heuschnupfen, Asthma, Nahrungsmittel- oder Medikamentenunverträglichkeit, Reaktionen auf Staub oder Tierhaare), dann besteht auch beim Kind die Neigung dazu. Wie viele Kinder mit der Anfälligkeit für Allergien geboren werden, lässt sich nicht exakt sagen. Fest steht: Immer mehr Kinder werden allergiekrank. Sicher spielt neben Abgasen und Schadstoffen der Luft und allergenen Zusätzen in Lebensmitteln auch eine übertriebene Hygiene eine Rolle.

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass das Immunsystem in der frühen Kindheit entscheiden kann, ob es sich im späteren Leben vorzugsweise mit Allergenen oder mit Krankheitserregern auseinandersetzt. Das heißt: Bekommt es vorwiegend Bakterien, Viren und Parasiten „serviert“, wird es sich mehr auf deren Bekämpfung konzentrieren, gerät es stattdessen frühzeitig mit großen Mengen allergiesierender Substanzen in Berührung, spezialisiert es sich eben auf allergische Reaktionen.

Natürlich schwirren zu Hause Krankheitserreger herum und natürlich muß man sein Baby durch Sauberkeit in der Wohnung schützen, obwohl es von seiner Mutter gegen diese so genannten „Hauskeime“ Antikörper erhalten hat. Das gilt vor allem in den ersten Monaten. Doch mit jedem Tag steigern sich seine Abwehrkräfte. Wer also zu emsig putzt, wischt und sterilisiert, verhindert, dass sich das Kind Schritt für Schritt an diese Keime gewöhnt.

Was man noch tun kann

  • Vor allem im Kinderzimmer auf Staubfänger wie Teppiche, Vorhänge, Regale und Polstermöbel verzichten.
  • Beim Staubwischen immer feuchte Tücher benutzen.
  • Nicht in Gegenwart des Kindes Staub saugen
  • Für die Atopikerfamilie gilt: Trennung vom Haustier, auch wenn es schwer fällt. Besonders aggressiv sind Katzenallergene. Bettdecken und Kopfkissen sollten außerdem keine tierischen Füllungen wie Federn oder Rosshaar enthalten.
  • Verschimmelte Lebensmittel oder Blumenerde sofort entfernen.
  • Biomülleimer oft leeren.
  • Regelmäßig Wände auf Schimmelpilzbefall unter suchen.
  • Absolutes Rauchverbot. Schadstoffe im Tabakrauch machen die Schleimhäute der Bronchien anfälliger für Allergene. Passiv rauchende Kinder tragen ein bis zu fünffach erhöhtes Risiko für Allergien der Atemwege. Kleine Passivraucher im Mutterleib sind außerdem stärker neurodermitisgefährdet.
  • Mehrmals täglich fünf bis zehn Minuten die Fenster weit öffnen und lüften. Lebt man in der Stadt, sollte man darauf im Frühjahr und Sommer allerdings früh am Morgen verzichten, auf dem Land am Abend. Andernfalls geraten mit der Luft auch Unmengen hochallergener Blütenpollen ins Haus.
  • Möglichst keine Desinfektionsmittel benutzen. Sparsam mit Putz- und Waschmitteln umgehen, auch sie können Allergien auslösen.

Was können Eltern tun?

Abgesehen von den unbestrittenen Vorteilen der Muttermilch für jedes Baby, ist es besonders für Kinder aus Allergikerfamilien wichtig, gestillt zu werden. Der nachgewiesene prophylaktische Effekt entwickelt sich allerdings nur dann optimal, wenn das Kind zunächst ausschließlich mit Muttermilch ernährt wird.

Am besten sechs Monate lang. Klappt es mit dem Stillen nicht, muß auf hypoallergene Fertigmilch zurückgegriffen werden. Auf jeden Fall solltest du vorher mit deiner Hebamme sprechen, die du auch nach der Wochenbettbetreuung bei Problemen mit dem Stillen in Anspruch nehmen kannst (wird über die Krankenkasse abregerechnet !). Stillen ist das Beste für dein Kind und für viele Probleme gibt es gute Hilfemöglichkeiten.

Welches Ersatzprodukt das richtige ist, sollte mit dem Kinderarzt beraten werden. Auch später gilt: Je weniger neue Eiweiße in der Nahrung gleichzeitig auftauchen, desto toleranter verhält sich des Immunsystem. Beikost sollte also schrittweise eingeführt werden.

Was Babys einatmen, spielt bei der Entstehung atopischer Erkrankungen eine genauso entscheidende Rolle, wie das, was sie essen. Allein in der Wohnungsluft wimmelt es von zahllosen Allergenen. Das mit Abstand gefährlichste: Der trockene Kot der Hausstaubmilbe. Die Hinterlassenschaften der nur unter dem Mikroskop sichtbaren Spinnentiere binden sich an den normalen Hausstaub, wirbeln mit ihm durch die Luft und geradewegs in die Atemwege. Dazu kommen mitunter noch Pollen, Tierhaare und Schimmelpilzsporen.

Ein Paradies für Milben, die sich von feinen Hautschüppchen ernähren, ist das Babybett. Vor allem in den ersten Lebensmonaten wird es rund um die Uhr benutzt. Hier haben die Kinder den intensivsten Kontakt mit dem hochallergenen Milbenkot. Hier besteht die größte Gefahr, sich dagegen allergisch zu sensibilisieren. Daher sollten Eltern von Anfang an auf ein milbenfeindliches Schlafmilieu im Kinderzimmer achten.


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