MENU

Baby-Zähne putzen – Tipps und Putzplan für die Baby-Zahnpflege

Seit einiger Zeit schläft Max unruhig. In der Nacht wacht er jetzt oft auf und will häufiger trinken. Seit heute Morgen weiß Marie warum: Sie hat den ersten Zahn bei ihrem fünf Monate alten Sohn entdeckt. Damit beginnt auch die Zahnpflege, denn Max´ Milchzähne sind die Platzhalter für sein bleibendes Gebiss. Zahnpflege bereits bei Milchzähnen? - Viele jungen Eltern stellen sich die Frage, ob bereits eine umfassende Pflege notwendig ist, da die Kinder die Milchzähne ohnehin mit der Zeit verlieren. Und wenn Zähneputzen & Co doch notwendig sein sollte: Wie werden solche Pflegemaßnahmen am besten durchgeführt? Und ist die zusätzliche Einnahme von Fluoridtabletten notwendig? Mit einigen einfachen Hinweisen wird die Pflege der Milchzähne erheblich erleichtert.

In diesem Artikel:

Wie wichtig ist die Pflege der Milchzähne

Die Pflege der ersten Zähne ist wichtig, auch wenn sie schließlich nacheinander ausfallen, um den bleibenden Zähnen Platz zu verschaffen; werden die Milchzähne nicht gut gepflegt, können diverse Folgeschäden entstehen, zum Beispiel eine Verschiebung der bleibenden Backenzähne, die sich an den Milchzähnen hochhangeln. Dann sind später meist kieferorthopädische Maßnahmen erforderlich. Vorzeitig ausgefallene Zähne können außerdem zur Ausbildung von Sprachproblemen beitragen.

Karies vorbeugen: Durch die richtige Milchzahn-Pflege

Eine Studie zur Zahngesundheit fand heraus, dass 12 Jahre alte Kinder in Deutschland im Durchschnitt nur 0,7 Zähne mit Karies befallene Zähne haben. Im internationalen Durchschnitt ist das ein gutes Ergebnis. Die Forscher führen die positive Entwicklung daraufhin zurück, dass die Eltern immer größeren Wert auf die richtige Zahnpflege ihres Kindes legen. Aber wie lässt sich Karies bei den Kleinsten verhindern?

Die Hauptursache bei der Entstehung von Karies sind Bakterien. Diese Bakterien bauen aufgenommenen Zucker ab, damit der Körper die daraus benötigte Energie aufnehmen kann. Aus dem Zucker im Mund entstehen beim Gärungsprozess aber auch Säuren, die den Zahnschmelz angreifen können. Je länger aufgenommene Nahrung im Mund verbleibt, desto größer ist die Chance auf die Bildung von Karies. Vor allem klebrige Bonbons bieten den Bakterien ideale Bedingungen, denn die schleimige Konsistenz bleibt mitunter über Stunden im Mund des Kindes zurück.

Da der Zahnschmelz der Milchzähne dünner ist als der der bleibenden Zähne, können Karieserreger, die vom Speichel der Mutter übertragen werden, sich weitaus schädigender auf den Milchzahn auswirken als auf die bleibenden Zähne. Putzen ist dann der beste Schutz vor Karies. Dass Karies an Milchzähnen gar nicht so schlimm sei, weil sie sowieso ausfallen, ist ein Irrglaube. Sind bereits die ersten Zähnchen befallen, gehen die Karies-Bakterien später auf die bleibenden Zähne über. Der ständige Infekt in der Mundhöhle schwächt zudem die Immunabwehr.

Die richtige Baby-Zahnpflege: welche Zahnbürste?

Ab dem ersten Zahn empfiehlt der Berufsverband der Kinderzahnärzte eine Fingerhut-Zahnbürste aus Silikon oder eine Kinderzahnbürste mit kleinem Kopf und sehr weichen Borsten. Beim Zahnbürstenkauf helfen die Alters-Empfehlungen auf der Packung.

Baby-Zähne putzen: wie lange und wie oft?

Die Milchschneidezähne sollten einmal am Tag, am besten abends, eine Minute lang geputzt werden.

Zähneputzen macht Spaß!

Damit das Zähneputzen gar nicht erst zum Drama wird, kannst du deinem Kind schon vor dem Zahnen mit dem Fingerling oder dem Finger den Kieferkamm massieren. So gewöhnt es sich schon vor dem eigentlichen Putzen an die Zahnpflege.

Am besten wird das gemeinsame Putzen zu einem
Teil des Abendrituals: Nach dem Waschen oder Baden, Wickeln und Umziehen kommt das Zähneputzen, dann geht’s über zum gemütlichen Teil im Bett: Vorlesen, Kuscheln, Fingerspiele ... Manche Eltern schwören darauf, beim Bürsten ein Zahnputzlied zu singen.

Probier´s mal aus:

Hei, dei, das – Zähneputzen, das macht Spaß.
Auf und ab und hin und her,
links und rechts und kreuz und quer.
Hei, dei, das – Zähneputzen, das macht Spaß.
Hei, dei, das – Zähneputzen, das macht Spaß.
Und nach all den süßen Sachen,
woll’n wir die Zähne sauber machen.
Hei, dei, das – Zähneputzen, das macht Spaß.
Hei, dei, das – Zähneputzen, das macht Spaß.
Und wenn’s jeder so genau nähme,
hätt’ jeder gesunde Zähne,
hei, dei, das – Zähneputzen, das macht Spaß.

Melodie: Summ summ summ, Bienchen summ herum ...

Wir putzen unsere Zähne von rot nach weiß.
Wir führen unsere Bürste stets rund im Kreis.
Morgens, wenn ich früh aufsteh’,
abends, wenn zu Bett ich geh’,
putz ich meine Zähne
so weiß wie Schnee.

Melodie: Ein Männlein steht im Walde ...

Da sich Nahrungsreste auf den Kauflächen von Backenzähnen besonders leicht absetzen, ist es ratsam, ab dem ersten Backenzahn morgens und abends die Zähne mindestens zwei Minuten lang zu bürsten. Das Milchgebiss ist übrigens mit 20 Zähnen komplett.

Eine schöne Sand- oder Eieruhr misst die Zeit und erleichtert das Durchhalten.

Fluoridtabletten oder fluoridhaltige Zahnpasta: sinnvoll?

Fluorid ist wichtig, um Karies zu verhindern oder einzudämmen, da es die Einlagerung von Mineralstoffen unterstützt und so den Zahnschmelz härtet. Darin sind sich Kinder- und Zahnärzte einig.

Uneinig sind sie sich allerdings bei der Frage, in welcher Form Fluorid gegeben werden sollte: Während Zahnärzte für die Milchzähne Zahnpasten mit einem Fluoridgehalt von 500 ppm (0,05 Prozent) empfehlen, raten Kinderärzte in manchen Fällen zu Fluoridtabletten. Wichtig ist: Viel hilft hier nicht viel, sondern schadet eher. Denn zu viel Fluorid kann die Zähne verfärben. Wer sich also für die Fluoridtablette entscheidet, sollte auf fluoridhaltige Zahnpasta verzichten und umgekehrt. Gerade für die erste Zahnpflege gibt es auch fluoridfreie Lern-Zahncremes. Generell sollte die verwendete Zahnpasta nicht zu süß sein, sonst wird das Kind sie eher schlucken als sich damit die Zähne zu putzen. Als empfehlenswert gilt die Kinderzahncreme nenedent.

Übrigens: Meistens reichen schon die in der Nahrung enthaltenen Fluorid-Mengen aus, um den täglichen Bedarf zu decken – bei einer ausgewogenen Ernährung mit Tee, Vollkornerzeugnissen und hochwertigen Mineralwässern. Auch Speisesalz enthält Fluorid. Allerdings sollte Babykost zurückhaltend gesalzen werden, da ein Übermaß die Nieren schädigen könnte.

Zusammenfassend: Beginne mit der Fluoridierung erst mit dem ersten Zahn. Fluoridtabletten sollten dabei eher die Ausnahme bleiben und nur verabreicht werden, wenn du zur Zahnreinigung keine fluoridhaltige Kinderzahnpasta verwendest und im Haushalt auf fluoridhaltiges Speisesalz verzichtest. Achte bei der Kinderzahnpasta auf einen Fluoridgehalt von nicht höher als 500 ppm (Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde).

Für die Versorgung der Milchzähne mit Fluorid sind diese Maßnahmen ausreichend. Lediglich bei Kindern mit erhöhtem Kariesrisiko sind zusätzliche Maßnahmen erforderlich, die du mit deinem Zahnarzt beraten solltest.

Milchzähne: auf Süßigkeiten verzichten?

Eltern können noch mehr für die Zahnpflege ihrer Kinder tun. Zum Beispiel auf eine zahnschonende Ernährung achten: Das heißt, stark zuckerhaltige Lebensmittel oder Getränke besser meiden. Denn der Zucker verwandelt sich in Säure, die dann den Zahnschmelz auflöst. Sollten Kinder nun gänzlich auf Schokolade und Co. verzichten? Wenn Kinder ab und zu direkt nach der Mahlzeit naschen und sich eine halbe Stunde danach die Zähne putzen (lassen), sind die Zähne vor einem Säureangriff ausreichend geschützt. Außerdem sollten die Kleinen viel Wasser trinken und keine gesüßten Tees oder Säfte. Besonders schädlich ist übrigens das Dauernuckeln an der Flasche.

Eltern sind Vorbilder beim Zähne-putzen

Wie auch bei anderen Erziehungsfragen hat unser eigenes Verhalten Vorbildcharakter. Wer seine Zähne im Beisein seines Kindes putzt, regt es so zum spielerischen Nachahmen an. Genau das können sich Eltern wie Marie zunutze machen: Wer seine Zähne im Beisein seines Kindes putzt, regt es so zum spielerischen Nachahmen an. Im besten Fall wird daraus ein regelmäßiges Ritual.

Weitere Infos

Weitere Hinweise und Informationen zur Zahnpflege und Kariesphrophylaxe erhältst du im Internet bei der
Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Heilkunde e.V.: www.dgzmk.de

Apropos Ritual: Kleine Rituale und Erzählungen, beispielsweise von Karius und Baktus, helfen dabei, die Zahnputzaktion angenehm zu machen.

Auch wenn Kinder dann schon selbst „putzen“ und fleißig nachahmen, sollten Eltern mindestens bis zum achten Lebensjahr noch einmal nachbürsten. Eine möglichst zuckerfreie Ernährung, die richtige Putztechnik und der Spaß am gemeinsamen Putzen sind gute Voraussetzungen für gesunde Zähne und für entspannte halbjährliche Kontrollen beim Zahnarzt. 

Marie hat für nächste Woche den ersten Termin beim Kinderzahnarzt vereinbart. Dann will sie sich individuell und umfassend beraten lassen.

Kontrolle der Milchzähne: Ab wann zum Zahnarzt?

Da das Milchgebiss für die Bildung der bleibenden Zähne von entscheidender Bedeutung ist, sollten Kontrollbesuche mit dem Kind beim Zahnarzt früh erfolgen. Eltern können sich nach folgendem Schema orientieren:

  • Ersttermin: 6. bis 8. Monat nach dem Durchbruch der Milchzähne.
  • Zweittermin: 16. bis 18. Monat nach dem Durchbruch der ersten Milchbackenzähne.
  • Dritter Termin: 30. Lebensmonat, wenn das Milchgebiss komplett ist.

Nach dem dritten Lebensmonat kann eine halbjährliche - bei besonders angegriffenen Zähnen auch eine vierteljährliche - Kontrolle durch den Dentisten durchgeführt werden. Bei Kindern entwickelt sich oft eine Angst vorm Zahnarzt, die später schwer zu überwinden ist. Die ersten zahnärztlichen Kontrollen verfolgen vor allem den Zweck, das Kind mit dem zahnärztlichen Sprechzimmer vertraut zu machen und zur Entstehung einer Beziehung zwischen Arzt und Kind beizutragen um so der Angst entgegenzuwirken.

Optimal gepflegt und regelmäßig beim Zahnarzt kontrolliert, können sich auf diese Weise gesunde Milchzähne entwickeln - die besten Voraussetzungen für ein widerstandsfähiges bleibendes Gebiss.

KAI-Zahnputztechnik

Bild: Bundesverband der Kinderzahnärzte

Putzplan für die Milchzähne & KAI-Putztechnik

Baby-Zähne putzen: KAI-Technik

Kinderzahnärzte empfehlen die KAI-Technik: Erst die Kauflächen putzen, dann die Außenflächen und danach innen; dabei die Zahnbürste oder den Fingerhut von rot nach weiß, also vom Zahnfleisch zum Zahn bewegen.

Zähne putzen - von Geburt an:

  • Kieferkamm-Massage mit einem Fingerling oder einer sehr weichen Kinderzahnbürste
  • keine Zahnpasta

Zähne putzen - ab einem ½ Jahr:

  • Sobald du den ersten Zahn entdeckst, geht es los mit dem Putzen!
  • Achte darauf, dass die Zahnbürste sehr kurze und weiche Borsten hat
  • Zahnpasta sollte nun verwendet werden, allerdings nur ein Hauch!
  • Bei Gabe von Fluoridtabletten nur fluoridfreie Lern-Zahncreme verwenden
  • Bei fluoridierter Zahnpasta sollte der Fluoridgehalt nicht 550 ppm (0,05 %) überschreiten
  • Am Abend eine Minute lang die Schneidezähne bürsten (solange noch kein Backenzahn sichtbar ist, reicht das aus)

Tipp: Suche am besten schon im ersten Lebensjahr einen Kinderzahnarzt auf und lass dich beraten!

Zähne putzen - ab 2 Jahren:

  • Zweimal am Tag Zähne putzen: nach dem Frühstück und Abendessen
  • Zwei Minuten lang putzen
  • Mit einer erbsengroßen Menge Zahnpasta
  • Faustregel: Die Portion sollte so groß wie der Nagel des kleinen Fingers deines Kindes sein
  • Kinderzahnärzte empfehlen in diesem Alter eine Zahnpasta mit einem Fluoridgehalt von 500 ppm

Tipp: Am besten besorgst du eine Zahncreme, die nicht süß, sondern neutral schmeckt. Sie verleitet dein Kind nicht dazu, sie zu essen und runterzuschlucken.

KAI-Zahnputztechnik

Die KAI-Putztechnik als Download.

KAI-Zahnputztechnik (PDF)

Zähne putzen - ab 3 Jahren:

  • Macht dein Kind schon erste Putzbewegungen mit der Zahnbürste?
  • Dann kann es ab jetzt die KAI-Zahnputztechnik üben: zuerst die Kauflächen, dann außen und schließlich innen.
  • Weiterhin gilt: 2 x am Tag mit einer erbsengroßen Menge Zahnpasta (500 ppm) putzen – morgens und abends jeweils mindestens zwei Minuten lang
  • Etwa ab dem 3. Lebensjahr kann von einer manuellen auf eine elektrische Zahnbürste umgestellt werden. Erfahrungen haben gezeigt, dass sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen das Putzergebnis bei Verwendung einer elektrischen Zahnbürste besser ist. Es spricht nichts dagegen, dem Kind also auf diese Weise die Zähne zu putzen und grundsätzlich darf und soll ein Kind auch schon früh selbst tätig werden.
  • Eltern sollten solange alle Zähne von allen Seiten nachputzen, bis das Kind motorisch geschickt genug ist! (Das ist meist mit etwa 8 bis 9 Jahren der Fall, wenn das Kind die Schreibschrift flüssig beherrscht.)

Tipp: Kauf am besten zwei Zahnbürsten: eine für die Zahnputzversuche deines Kindes, und eine, mit der du die Zähne danach reinigst.

Wie Eltern am besten Zähne "nachputzen"

Ab dem dritten Lebensjahr ist das Kind zwar bereits in der Lage, die Bürste selbst zu halten; die richtige Putztechnik wird allerdings erst ab dem Grundschulalter beherrscht. Eltern können ihren Kindern je nach Alter unterschiedliche Zahnputz-Fertigkeiten zutrauen:

  • 3. bis 4. Lebensjahr: Putzen der Kaufflächen
  • 4. bis 5. Lebensjahr: Putzen von Kauflächen und Außenseiten
  • ab dem 6. Lebensjahr: Putzen von Kauflächen, Innenseiten und Außenseiten

Bis das Kind die richtige Putztechnik beherrscht, sollten Eltern nach folgender Reihenfolge "nachputzen":

  1. Kauflächen: "Hin und Her"-Bürsten
  2. Außenseiten der Zähne: kreisende Bewegungen
  3. Innenseiten der Zähne: Ausfegen der Zähne

Für viele Eltern ist die Ausbildung der Milchzähne ein weiterer großer Schritt in der körperlichen Entwicklung ihres Kindes. Für ihn und die folgenden Zähnchen ist es sehr wichtig, dass von Beginn an die richtige Zahnpflege angewendet und erlernt wird. Richtiges Putzen und der richtige Umgang mit Süßigkeiten helfen die wertvollen Zähne zu erhalten und erspart deinem Kind später manches Tränchen beim Zahnarzt.

Babypflege richtig lernen: im Säuglingspflegekurs