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Erste Hilfe bei Vergiftungen

Kurz weggeschaut und schon ist es passiert? Dein Kind hat einen Schluck vom Putzmittel genommen. Oder sich den ätzenden Entkalker in die Augen gewischt? Jetzt bloß keine Panik!

In diesem Artikel:

Erste Hilfe bei Vergiftungen

So verständlich deine Sorge auch ist, Panik verunsichert deine Kind und veranlasst dich zu unüberlegtem Handeln. Dasselbe gilt für gewaltsame Versuche, dein Kind zum Erbrechen zu veranlassen. Solche Gewaltaktionen stressen alle Beteiligten. Außerdem können dabei reizende Stoffe in die Atemwege gelangen, wo sie noch größeren Schaden als im Magen anrichten. Besser: Tief durchatmen und dann strategisch vorgehen. Dabei hilft die folgende Liste – die du in weiser Voraussicht am Kühlschrank oder neben dem Telefon befestigt hast.

Schritt 1:
Ruhe bewahren und das Kind beruhigen!

Schritt 2:
Nicht schimpfen oder mit Gewalt zu etwas zwingen!

Schritt 3:
Gib deinem Kind Tee, Wasser oder Saft zu trinken!

Wenn die Augen betroffen sind ... ausspülen!

Augen mit lauwarmem Wasser, zum Beispiel aus einer Kanne, einem Glas oder der Wasserleitung (nicht zu starker Strahl), zirka 10 Minuten lang ausspülen. Das Kind dabei mit den Augen blinzeln lassen.

Wenn die Haut betroffen ist ... ausziehen!

Kleidung entfernen und die betroffene(n) Stelle(n) sanft mit lauwarmem Wasser und Seife abwaschen.

Wenn dein Kind erbricht ... stützen!

Kind in Bauch- und Kopftieflage halten. Stütze den Kopf deines Kindes mit der Hand ab.

Niemals! ... niemals Salz oder Milch!

Bitte versuche niemals Erbrechen mit Kochsalz auszulösen. Und gib deinem Kind auf gar keinen Fall Milch! Milch fördert die Aufnahme vieler Stoffe aus dem Darm und bereits ein Teelöffel Salz kann beim Kleinkind viele Gehirnfunktionen lebensbedrohlich stören.

Geeignete Gegenmittel ... aus der Apotheke!

Bei Vergiftungen bitte keine Hausmittel verabreichen. Geeignete Gegenmittel, zum Beispiel Medizinalkohle (10 g als Pulver) oder „entschäumende“ Arzneimittel sind in der Apotheke erhältlich. Bitte frage deinen Arzt oder Apotheker danach.

Giftnotruf! ... anrufen!

Bevor du das Erbrechen "künstlich" auslöst, auf jeden Fall Kontakt mit dem Gifnotruf aufnehmen. In Großstädten sind oft zusätzliche Giftinformations- und beratungszentren zu finden.

Was muss die Notrufzentrale wissen – Die fünf "W"s zum Merken

Wer?

  • Wem ist etwas passiert? Kind, Erwachsenen? Wie alt und wie schwer ist die Person?

Was?

  • Was wurde eingenommen? Medikament, Pflanze/Pflanzenteil, Haushaltsmittel (Produktname, Firma), Drogen, Sonstiges?

Wann?

  • Wann ist es passiert?

Wie(viel)?

  • Wie viel wurde von der Substanz aufgenommen?
  • Wie wurde es eingenommen? Wurde die Substanz getrunken/gegessen, Per Hautkontakt aufgenommen oder eingeatmet?
  • Wie geht es dem Betroffenen? Erbrechen, Müdigkeit, Schmerzen?
  • Wie hast du reagiert? Was bereits unternommen?

Wo?

  • Wo ist es passiert?

Last but not least, bitte nicht vergessen, mitzuteilen: Wer ruft an? (Rückrufnummer bitte angeben).

Giftnotrufzentren

Das Giftnotzentrum in deiner Nähe findest du auf der Webseite des Giftnotzentrums Nord:
www.giz-nord.de