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Elektrosmog - Den Haushalt strahlungsfrei machen

Wir sind überall vernetzt und dauernd „unter Strom“. Schadet die Strahlung von Mobilfunk, WLAN & Co. unserer Gesundheit? Baubiologe Dr. Lutz Ellermann gibt Tipps für ein strahlungsarmes Kinderzimmer.

In diesem Artikel:

Elektrosmog - Funkstille im Kinderzimmer

Die 2-jährige Mareike schlummert friedlich in ihrem Kinderbettchen. Ihr Elefanten-Mobile baumelt an der Decke, ihr Plüschtiger bewacht sie. Wenn sie nachts mal aufwacht, gibt ihr das Mond-Nachtlicht an der Wand ein wenig Orientierung. Auf dem Nachttisch leuchtet das Babyphone, damit Mareikes Eltern mit einem Ohr bei ihrer schlafenden Tochter sein können, wenn sie abends im Wohnzimmer am anderen Ende des Flurs im Internet surfen, Fernsehen schauen oder auf ein Glas Wein bei den Nachbarn sind. Was vielen Eltern allerdings nicht klar ist: Viele Babyphones, die sich meist in direkter Nähe des Kinds befinden, erzeugen Elektrosmog. Dafür verantwortlich sind hochfrequente elektromagnetische Mikrowellen, die ständig Signale übertragen. Gleiches gilt auch für WLAN-Router, schnurlose Telefone und Handys. Und nicht nur diese andauernd funkenden Geräte, sondern auch Elektroleitungen, Kindernachttischlampen oder Mehrfachsteckdosen erzeugen – wenn auch mit niedrigerer Frequenz – elektromagnetische Felder. Wir stehen also ständig „unter Strom“.

Experte

Dr. Lutz Ellermann ist Baubiologe und bietet mit seiner Firma ECOFEEL professionelle Elektrosmogmessungen und Schlafplatz-Untersuchungen an. Das Angebot beruht auf einem Schlüsselerlebnis, bei dem er an dem Schlafplatz eines Kindes eine sehr hohe Belastung gemessen hat, da sich in der Wand zum Flur auf der Rückseite der Sicherungskasten befand.
Kontakt: 02235-9888535, kontakt@ecofeel.de, www.ecofeel.de.

Kinder reagieren sensibel

Insbesondere die Gesundheit von Babys und Kindern kann diese Dauerstrahlung beeinträchtigen, aber auch sensible Erwachsene reagieren darauf. „Da unser Hirn und Nervensystem selbst mit Hilfe natürlicher Ströme und elektrischer Impulse arbeiten, kann es zu Wechselwirkungen mit künstlich erzeugten Stromfeldern kommen, die deutlich stärker sind als die natürlichen. Vor allem Kinder reagieren sensibel auf diese Strahlung“, erklärt Baubiologe Dr. Lutz Ellermann. Er misst Elektrosmog und untersucht Schlafplätze auf elektromagnetische Strahlung. Für ihn ist klar, dass Elektrosmog eine unsichtbare Gefahr darstellt.

Die pulsierende Strahlung kann eine Veränderung der Hirnströme bewirken und steht sogar unter Verdacht, das Krebsrisiko zu erhöhen. Der BUND-Arbeitskreis Elektrosmog befürchtet, dass gerade in der kindlichen Entwicklungsphase von Organen die Einwirkung der Strahlung besonders gravierend sein könnte. Als gesichert gilt, dass hochfrequente Strahlung von Mobiltelefonen und WLAN im geringen Maße das Gewebe erwärmt. „Betroffene leiden oft unter Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Nervosität und Unruhe“, berichtet der Experte.

Weitere Infos

Mehr Informationen liefert der Überblick über Studien zum Thema Elektrosmog der Verbraucherorganisation „Diagnose-Funk“ zum Schutz vor elektromagnetischen Feldern und Strahlung. Hier findest du u. a. Berichte über Babyphone.

Ökotestbericht Oktober 2014: Babyphone – Keine Wellen der Begeisterung

Strahlungsarme Babyphone: Testberichte und Testergebnisse 2015 der Stiftung Warentest

Einfach mal abschalten!

Auch wenn Kritiker Elektrosmog für harmlos halten und angesichts der erregten Gemüter verständnislos ihre Köpfe schütteln, ist eine potenzielle Gefährdung nicht von der Hand zu weisen: Mittlerweile stuft die Weltgesundheitsorganisation WHO höhere Elektrosmog-Belastungen durch magnetische Wechselfelder und Funkwellen von Mobilfunk, genau wie Blei, Schimmel und Autoabgase als „möglicherweise krebserregend“ ein. Restrisiken ließen sich nicht mit Sicherheit ausschließen.

„Aus diesem Grund liegen die empfohlenen baubiologischen Richtwerte für Schlafbereiche und damit auch für Kinderzimmer weit unter den gesetzlichen Grenzwerten, die das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) herausgegeben hat“, sagt Lutz Ellermann. Er empfiehlt Kinderzimmer genauer unter die Lupe zu nehmen und zu messen, um möglichst viele Quellen elektromagnetischer Felder zu erkennen und „auszuschalten“. So lassen sich mögliche Gesundheitsrisiken, die vielleicht erst viele Jahre später mit hochfrequenter Strahlung in Zusammenhang gebracht werden können, vermindern.

Tipps für ein strahlungsarmes Kinderzimmer

Unser Experte Dr. Lutz Ellermann nennt fünf einfache Möglichkeiten, um Elektrosmog im Kinderzimmer zu reduzieren:

  • Funknetze wie WLAN möglichst oft und insbesondere nachts ausschalten! Viele WLAN-Router lassen sich auch so programmieren, dass sie sich automatisch zu einer bestimmten Uhrzeit aus- und auch wieder einschalten.
  • Funkende Spielsachen und das Spielen der Kinder mit Smartphone und Tablet möglichst vermeiden! Bei aktivem Funk ist die Stärke der Strahlung in den Händen bzw. direkt am Körper sehr viel stärker als aus weiterer Entfernung.
  • Bei schnurlosen Telefonen und Babyphones in den Menüeinstellungen die strahlungsarme Funktion aktivieren. Diese nennt sich beispielsweise „eco mode“ oder „eco mode plus“. Ist diese eingeschaltet, strahlt das Telefon bzw. das Babyphone bei den meisten Herstellern nur noch, wenn es auch benutzt wird bzw. wenn das Baby schreit.
  • Noch besser: Ganz auf diese Geräte zu verzichten!
  • Bei Druckern und mobilen Geräten die WLAN-Funktion deaktivieren und diese auf Flugmodus stellen.
  • Entfernen und Abstand halten: ein Mindestabstand von einem Meter zwischen den elektrischen Geräten wie Nachttischlampe und Babyphone, Steckdosen, Kabeln und dem Kinderbett schaffen. Am besten möglichst alle elektrischen Geräte aus dem Kinderzimmer entfernen.
  • Statt kabellosem WLAN besser LAN-Verbindungen nutzen, um auch tagsüber für die Kinder und dich einen möglichst strahlungsarmen Wohnraum zu gewährleisten.
  • Den Elektrosmog von einem erfahrenen Baubiologen messen lassen. Damit lassen sich auch Felder erfassen, die man im eigenen Wohnraum bislang nicht ausfindig gemacht hat oder die zum Beispiel durch schnurlose Telefone vom Nachbarn oder durch Handymasten von außen verursacht werden. Der Baubiologe berät dich ebenfalls, wie du Elektrosmog am besten und einfachsten reduzieren können. Und: Mit der professionellen Messtechnik lassen sich oftmals Kritiker überzeugen.
  • Manche Dinge lassen sich einfach umsetzen. Trotzdem ist generell das Messen zu empfehlen, da der Elektrosmog – gerade aus Leitungen in der Wand oder von außen bzw. vom Nachbarn – ansonsten nicht zu erfassen und zu reduzieren ist.

Buchtipps zum Weiterlesen

Felix R. Paturi, Elektrosmog im Kinderzimmer – ein Ratgeber für Eltern, Walter Verlag 2010, 14,95 Euro, ISBN: 978-3-530-50612-9

Wolfgang Maes, Stress durch Strom und Strahlung, Verlag Institut für Baubiologie IBN Neubeuern, 6. Auflage 2013, 45,00 Euro, ISBN 978-3-923531-26-4


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