MENU

Angebote der Frühförderung

Wissenschaftliche Studien belegen: Werden Kinder mit Entwicklungsverzögerungen oder Behinderungen bereits im Säuglingsalter gefördert, erhöhen sich die Chancen auf eine optimale Entwicklung dramatisch. Welche Möglichkeiten gibt es?

In diesem Artikel:

Krankengymnastik

Krankengymnastik wird oft als Frühtherapie in den ersten Lebensmonaten eingesetzt, um zu vermeiden, dass sich falsche Haltungs- und Bewegungsmuster „einschleichen“ und Bewegungen ausgeführt werden, die zu Schädigungen am Bewegungsapparat führen können. Auch die Verschlimmerung von bestehenden Einschränkungen zu verhindern, zählt zu den Zielen der Krankengymnastik. Durch Berührungen, Bewegungen, optische und akustische Reize werden die kleinen Patienten immer wieder angeregt, körpereigene Reaktionen (z.B. Muskelaufbau und Stoffwechsel) zu steigern und so Heilungsprozesse in Gang zu setzen. Indem sie unter Anleitung rollen, krabbeln, klettern, schaukeln, tasten oder turnen, werden bestimmte Haltungs- und Bewegungsmuster trainiert bzw. korrigiert. So wird die Muskulatur gedehnt und gestärkt, das Körperbewusstsein gesteigert und die Kinder lernen, unausgewogene Muskelkraftverhältnisse auszugleichen. Auch die Fähigkeit, Bewegungen zu planen, zu koordinieren und den eigenen Körper im Raum aufzurichten werden verbessert. Eltern und Bezugspersonen werden eng in die Therapie eingebunden, da sie insbesondere beim Bobath-Konzept oder dem Vojta-Turnen bestimmte Übungen mit ihrem Kind auch zu Hause ausführen müssen.

Indikationen:

  • Erkrankungen des zentralen Nervensystems (ZNS), die mit Bewegungsstörungen, Lähmungserscheinungen oder Spastik einhergehen
  • Haltungs-, Gleichgewichtsstörungen
  • unkontrolliert erniedrigte Muskelspannung (Hypotonus)
  • unkontrolliert erhöhte Muskelspannung (Hypertonus)
  • Störungen der Körperselbstwahrnehmung

Logopädie

(v. griech. logos = das Wort und Paideía = Lehre, Ausbildung; Wissenschaft zur Behandlung von physiologisch oder psychisch bedingten Sprachstörungen, Sprachheilkunde.)

Logopädie fördert Kinder in ihrer Sprachentwicklung, die undeutlich, wenig oder ungern sprechen und verschiedene Laute noch nicht oder nicht richtig bilden können (lispeln, stottern, Worte verdrehen). Auf spielerische Weise wird die Kommunikationsfähigkeit der Kinder deutlich verbessert, so dass die Kontaktaufnahme zu Anderen leichter gelingt und die soziale Integration gefördert wird.

Logopäden behandeln Mund- und Atemfunktionen, sie unterstützen die Kinder unter anderem bei der Lautbildung, der Erweiterung des Wortschatzes und Sprachverständnisses sowie dabei, grammatikalische Strukturen zu erlernen. Neben der Therapie werden auch weiter förderliche Maßnahmen mit den Eltern besprochen, zum Beispiel eine HNO-Untersuchung, ein Hörtest und/oder eine zahnärztliche bzw. kieferorthopädische Untersuchung, um organische Ursachen auszuschließen oder mit zu behandeln.

Indikationen:

  • Hörbeeinträchtigung (z.B. Polypen, Paukenerguss)
  • Sprach-, Sprech- oder Stimmbeeinträchtigungen (Stottern, Stammeln, Lispeln, Dyslalie)
  • Schluckbeeinträchtigung (z.B. Kiefer-/ Gaumenspalte)

Ergotherapie

(v. griech.: érgon „Werk, Arbeit“ und therapeia „Dienst, Behandlung“)

Ergotherapie wendet sich an Kinder ab dem Säuglings- bis ins Jugendalter, die in ihren alltäglichen Fähigkeiten eingeschränkt oder von Einschränkun-gen bedroht sind. Dazu zählen Störungen des Bewegungsablaufs (Motorik), der Sinneswahrnehmungen und Verarbeitung (Perzeption, Sensomotorik), Störungen der Sozialentwicklung und der Verständigungsfähigkeit sowie seelische Erkrankungen und geistige Behinderungen. Vor der Auswahl des Behandlungskonzeptes steht eine gründliche Anamnese, in der der körperliche, geistige und seelische Entwicklungsstand des Kindes erfasst wird. Hierzu ist eine intensive Zusammenarbeit mit den Eltern erforderlich.

In den Behandlungen werden auf gestalterische, spielerische und handwerkliche Weise Tätigkeiten des täglichen Lebens geübt, zum Beispiel waschen und anziehen, um Bewegungsabläufe, Muskelspannung und Geschicklichkeit zu verbessern. Das Training hilft, die Körperwahrnehmung zu optimieren und geistige Fähigkeiten wie Konzentration und Ausdauer zu entwickeln. Ziel der therapeutischen Behandlung ist es, den Kindern die größtmögliche Selbstständigkeit und Handlungsfreiheit im Alltag zu ermöglichen.

Indikationen:

  • Störungen des Bewegungsablaufs
  • Störungen der Sinneswahrnehmung und -verarbeitung
  • Störungen der Sozialentwicklung und Verständigungsfähigkeit
  • ADS/ASHS
  • Einschränkung der Selbständig-/Handlungsfähig-/Denkfähigkeit
  • seelische Erkrankungen
  • geistige Behinderungen

Diese Seite bewerten: