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Babschwimmen fördert die Motorik

Mit einem Baby im Wasser zu plantschen, macht allen Beteiligten Spaß. Aber Babyschwimmen ist mehr als ein lustiger Zeitvertreib die Übungen im Wasser wirken sich nachhaltig positiv auf die Motorik der Kinder aus.

In diesem Artikel:

Klarer Vorsprung für Wasserflöhe

Das zeigt die gerade veröffentlichte Studie eines isländisch-britischen Forscherteams: Ehemalige Baby-Schwimmer können ihre Bewegungen besser koordinieren und besser das Gleichgewicht halten als ihre Kollegen ohne Wassererfahrung.

Mit ihrer Studie belegten die Psychologieprofessoren Hermundur Sigmundsson, Norwegian University of Science and Technology in Trondheim, und Brian Hopkins, Lancaster University, dass das Babyschwimmen die motorische Entwicklung bei Kleinkindern positiv beeinflusst – und nicht nur für die Dauer des Kurses, sondern auf lange Sicht. Dazu verglichen die Forscher Schwimm-Babys mit einer Kontrollgruppe, die nicht am Schwimmkurs teilgenommen hatte. Sozialer Hintergrund, Wohn- und wirtschaftliche Situation waren bei beiden Gruppen gleich.

Von Purzelbäumen und anderen Bewegungsübungen

19 Kinder besuchten als 2-3 Monate alte Babys für die Dauer von vier Monaten einen Babyschwimmkurs, zwei Stunden pro Woche plantschten, turnten und tauchten sie im Wasser. Geleitet wurde die Wassergymnastik von einem Trainer mit langjähriger Erfahrung als Babyschwimmlehrer. Typische Übungen waren zum Beispiel: Purzelbaum auf einer schwimmenden Matte mit Hilfestellung, vom Beckenrand springen, nach schwimmenden Gegenständen greifen und gleichzeitig auf Mamas Handfläche balancieren.

Studie

Die Studie "Baby swimming: exploring the effects of early intervention on subsequent motor abilities" (PDF) von Sigmundsson, H. und B. Hopkins wurde im Mai 2010 veröffentlicht.

Vier Jahre später verglichen die Forscher die früheren Wasserflöhe mit den Nicht-Schwimmern anhand bestimmter Bewegungsübungen. Die nun annähernd Fünfjährigen sollten auf Zehenspitzen gehen, auf einem Bein stehen, Seilspringen, einen Ball in ein Tor rollen oder einen Jonglierball fangen. Die Ergebnisse waren eindeutig: „Babyschwimmer schnitten bei Übungen, in denen Gleichgewichtsinn und Greiffähigkeit gefragt waren, am besten ab", so Sigmundsson im Fachmagazin Child: Care, Health and Development. „Es ist erstaunlich, dass spezifisches Training für junge Babys einen Effekt auf ihr späteres Leben hat.“