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Stillen - Tipps, um das Stillen vorzubereiten

Stillen ist die natürlichste Sache der Welt. Trotzdem: Damit es von Beginn an klappt, müssen wir uns mit Herz und Kopf darauf vorbereiten – und uns vertrauen! Wie der Stillstart gelingen kann!

In diesem Artikel:

Gelungener Stillstart – der Anfang zählt

Heute besichtigen Sara und Tim eines der Krankenhäuser, das für die Geburt ihres ersten Kindes in Frage kommen könnte. Beide sind sehr gespannt, wie der Kreißsaal aussieht. Zwei Monate vor der Niederkunft stehen Fragen rund um die Geburt natürlich an erster Stelle. Doch Saras Hebamme Beate hat ihnen geraten, sich nicht nur nach den Geburtsbedingungen, sondern auch nach der Unterstützung beim Stillen zu erkundigen. „Den Beschluss zu stillen habe ich schon recht früh gefasst, nach einem längeren Gespräch mit Beate“, erinnert sich Sara. Sich bereits während der Schwangerschaft nicht nur mit der Geburt, sondern auch mit dem Stillen zu beschäftigen ist sinnvoll und ratsam.

Einen guten Ratgeber, wie zum Beispiel den kidsgo -Elternratgeber „Stillen“, zu lesen und seiner Hebamme Fragen zu stellen, sind zwei Dinge, die Schwangere im Vorhinein tun können. Die Gelegenheit stillende Mütter zu beobachten und daraus zu lernen, haben nur wenige Frauen. Für praktische Erkenntnisse lohnt es sich deshalb eine Stillgruppe aufzusuchen und erste Kontakte zu erfahrenen Müttern zu knüpfen. Sara hat bereits Handgriffe ausprobiert und geübt, wie das Baby beim Stillen gehalten und angelegt wird. Denn auch wenn Stillen im Grunde genommen eine natürliche Sache ist, müssen Mutter und Baby den Ablauf erst erlernen und einüben. Die wichtigste Vorbereitung findet aber im Kopf und im Herzen statt: Das Vertrauen in die eigenen körperlichen Fähigkeiten und in die Kompetenz des Kindes.

Von Natur aus vorbereitet

Schon gleich zu Beginn der Schwangerschaft haben sich Saras Brüste verändert. „Statt Körbchengröße B habe ich nun C“, sagt sie. Das ist normal, denn um das Baby später ernähren zu können, nimmt das Drüsengewebe zu und bereitet sich auf die Milchbildung vor. Die Brustwarzenhöfe werden um einige Nuancen dunkler, damit das Baby sie sogleich besser erkennen kann. Wir sind also von Natur aus gut vorbereitet. Von einer speziellen Abhärtung der Brustwarzen hat Saras Hebamme übrigens abgeraten. Denn das, was letztlich vor wunden Brustwarzen schützt, ist das richtige Anlegen. Gudrun von der Ohe, Ärztin sowie Still- und Laktationsberaterin, empfiehlt im Vorfeld lediglich, so oft wie möglich ohne BH zu gehen oder Löcher in diesen zu schneiden, um die ansonsten gut geschützten Brustwarzen an eine normale Belastung zu gewöhnen.

Erst mal ankommen

Sara und Tim haben sich mit ihrer Hebamme Beate über die Geburt und ihre Vorstellungen unterhalten. Sie wissen: Ob der Stillstart gut gelingt, hängt unmittelbar mit der Geburtssituation zusammen. Ihr Kind soll nach der Geburt erst einmal in Ruhe ankommen und sich ausruhen dürfen – und zwar auf Saras Bauch, auf dem es sich dann langsam zur Brust hocharbeitet. „Nach einer Weile der Erholung beginnt es von sich aus aktiv zu werden, es hebt das Köpfchen, bewegt Arme und Beine und robbt, einem inneren Impuls folgend, langsam nach oben Richtung Brust“, schildert Ayled von Gartzen, Beauftragte für Stillen und Ernährung des Deutschen Hebammenverbandes e.V., die optimale Geburtssituation in der Fachzeitschrift „Hebammenforum“. Eine selbstbewusste, sich und dem Baby vertrauende Haltung der Mutter ist dabei das A und O. „Denn eigentlich braucht die Mutter ihrem Kind nur die Brust so anzubieten, dass es diese bequem finden kann, wann immer es möchte. Um den Rest kümmert sich das Baby selbst“, so von Gartzen. Wenn also Mutter und Kind genügend Zeit haben und nicht durch medizinischen Interventionen gestört werden, lassen sich Anfangsschwierigkeiten durchaus vermeiden.

Geburtsort sorgfältig auswählen

Für Sara und Tim ist klar: Wenn sie sich für eine Geburtsklinik entscheiden, soll es ein Krankenhaus sein, das das Stillen unterstützt und fördert. Wichtig ist dafür zum Beispiel der Hautkontakt von Mutter und Kind unmittelbar nach der Geburt, bis das Kind zum ersten Mal gestillt wurde. Aber auch, dass eine Stillberaterin oder Hebamme das korrekte Anlegen des Babys zeigt sowie das 24-Stunden-Rooming-in. Mutter und Kind bleiben dann Tag und Nacht zusammen, damit die Mutter ihren Säugling nach Bedarf stillen kann – so, wie es die Natur vorsieht. Die Eltern gewinnen schon im Krankenhaus mehr Sicherheit im Umgang mit ihrem Kind und lernen Signale ihres Babys zu verstehen und feinfühlig darauf zu reagieren – eine gute Grundlage für den Start in das neue Leben zu dritt in den eigenen vier Wänden.

Sara und Tim haben´s geschafft; sie sind seit einiger Zeit wieder zu Hause. Ihr Sohn Noah kam innerhalb von sechs Stunden auf die Welt. Nach den ersten fünf Wochen und mit Beates Unterstützung läuft das Stillen schon recht rund: Noah trinkt, wann er möchte – Angebot und Nachfrage halten sich schon fast die Waage. „Stillen ist viel mehr als nur das Kind zu ernähren“, sagt Sara. „Ich genieße den engen Körperkontakt, die Nähe und Noahs Zufriedenheit – einfach das Gefühl zu haben, ihm das geben zu können, was er braucht.“


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