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Asthma-Gefahr durch Babyschwimmen?

Für viele Frauen ist es eine wundervolle Vorstellung, ihr Baby nach neun Monaten im Fruchtwasser in der Wanne auf die Welt zu bringen. Auch nach der Geburt ist es für immer mehr Mütter und Väter selbstverständlich, ihrem Kind diese Wohlfühlerfahrung zu erhalten: Babyschwimmen erfreut sich großer Beliebtheit.

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Asthma-Gefahr durch Babyschwimmen?

Zumal Experten darauf hinweisen, dass es die motorische sowie intellektuelle Entwicklung der Babys unterstützt und der Haut-an-Haut-Kontakt die Eltern-Kind-Beziehung stärkt.

Für Verunsicherung sorgte nun eine Empfehlung des Umweltbundesamtes, die Eltern von Kindern unter zwei Jahren mit familiär bedingter Neigung zu Allergien vom Plantschen abrät: möglicherweise können Reaktionsprodukte des zur Desinfektion genutzten Chlors zur Entwicklung von Asthma beitragen. Die Meldung hatte im Januar bundesweit für Schlagzeilen gesorgt wie: „Warnung vor Babyschwimmen“.

Verlässliche Daten hierzu liegen indes noch nicht vor. Das räumt auch das Umweltbundesamt ein. Deva Doege von der Münchner Babyschwimmschule DelphisArt reagiert denn auch gelassen. „Die Problematik ist uns seit vielen Jahren bewusst, daher sorgen wir für eine geeignete Wasserqualität.“ Das bedeutet: „Unser Wasser ist minimal gechlort. Besonders wichtig ist auch eine regelmäßige Frischwasserzufuhr und eine gute Ablüftungsanlage in der Schwimmhalle.“

Entscheidend ist die Einhaltung von Hygieneregeln

Auch Luzia Marion Bär von der Berliner Schwimmschule „Wellentanz“ betont, dass kein Grund zur Panik bestehe. „Diese Art Meldung scheint jedes Jahr aufs Neue in die Medien zu kommen. Mein Babyschwimmen findet in einem Therapiebecken in einem Krankenhaus statt. Dort wird das Wasser strengstens überwacht.“ Generell empfiehlt sie Eltern von kleinen Kindern, Hallenbäder mit starkem Chlorgestank zu meiden. Außerdem sei das Duschen vor dem Babyschwimmen Pflicht: „Schädliche Trichloramine entstehen nämlich durch die Verbindung von Chlor mit Urin, Schweiß, Hautschuppen und Kosmetika.“

Für Eltern hat auch Deva Doege Tipps parat: „Ich rate Eltern, ein geeignetes Schwimmbad zu finden. Große und öffentliche Bäder mit hohen Besucherzahlen kommen nicht in Frage. Sie sind mit allerlei Abfallprodukten im Wasser keine geeignete Umgebung für Babys. Eltern können auch durch ihr eigenes Verhalten zu guten hygienischen Bedingungen beitragen: Duschen vor und nach dem Schwimmen, Tragen von Badeschuhen, um keine Verunreinigungen ins Becken zu bringen, und auf keinen Fall das Baby vor dem Schwimmen einölen - das Öl belastet das Wasser nur zusätzlich, nützt dem Baby jedoch nichts.“

Mediziner geben Entwarnung

Auch aus medizinischer Sicht gibt es Entwarnung: zwar empfiehlt Prof. Dr. Joachim Saloga von der Allergie-Ambulanz der Mainzer Universitätsklinik, Babys mit Neurodermitis nicht ins Chlorwasser zu lassen. Gesunde Kinder könnten aber trotz Allergiegefährdung am Babyschwimmen teilnehmen. Auch der Wiesbadener Hals-Nasen-Ohren-Arzt und Allergologe Dr. Hans-Erich Trost sieht die Warnung des Umweltbundesamtes skeptisch: Zum Einen läge keine verlässliches Material vor, zum Anderen hält er selbst im Fall von Asthma-kranken Kleinkindern Schwimmkurse nicht für unbedingt problematisch. „Wichtig ist natürlich die Rücksprache mit dem Arzt. Außerdem rate ich Eltern von gefährdeten und gesunden Kindern, in Schwimmbädern auf Sauberkeit und Frischluftzufuhr zu achten.“


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