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Chlamydien in der Schwangerschaft: Alles über den Chlamydientest

Chlamydientest: Risiko auf Chlamydien reduzieren (SV)

  • Kostenträger: Kassenleistung
  • Untersuchung bei: Hebamme, Frauenärztin
  • Aufwand: gering
  • Experten-Empfehlung: ja
Chlamydientest: Risiko auf Chlamydien reduzieren (SV)
Chlamydientest: Risiko auf Chlamydien reduzieren (SV)
Wann: Bei der ersten Vorsorgeuntersuchung; im besten Fall vor dem Schwanger-werden.

Wie: Abgabe einer Urinprobe zur Untersuchung im Labor.

Wo: Bei der Hebamme oder der Frauenärztin.

Was: Chlamydia trachomatis ist ein Bakterium, das bei sexuellen Kontakten übertragen wird. Eine Infektion verläuft bei 70 bis 80 Prozent aller Frauen und der Hälfte der Männer symptomlos. Als Spätfolge kann sie bei Frauen aber zur Unfruchtbarkeit führen. Ist eine Schwangere mit Chlamydien infiziert, kann das Komplikationen wie einen Blasensprung und eine Frühgeburt auslösen. Auch ist es möglich, dass der Erreger während der Geburt auf das Kind übertragen wird. Beim Neugeborenen kann das zu einer chronischen Bindehautentzündung führen, die das Sehvermögen beeinträchtigen kann, oder zu einer Lungenentzündung. Um eine Infektion mit dem Erreger Chlamydia trachomatis im Urin zu erkennen, wird in der Regel ein sogenannter Nukleinsäure-amplifizierender Test (NAT) angewandt. Dabei werden Teile des Erbguts der Bakterien zunächst im Labor vermehrt. Danach lassen sie sich besser nachweisen.

Nutzen: Werden Chlamydien in der Schwangerschaft erkannt, erfolgt eine Antibiotika-Behandlung. Eine Übertragung auf das Baby lässt sich so verhindern.

Ergebnis: Das Ergebnis des Tests ist zuverlässig, hängt aber auch von der eingereichten Probe ab. Es sollte darauf geachtet werden, Morgenurin abzugeben.

Risiken: Die Untersuchung birgt keine Risiken für das ungeborene Kind.

Gesundheitliche Folgen für die Mutter: Der Test hat für die Mutter keine gesundheitlichen Folgen.

Kosten: Die Kosten werden von den gesetzlichen Krankenkassen getragen.

Experteneinschätzung von Dr. Sven Hildebrandt, Professor für Frauenheilkunde und Geburtshilfe:
„Das Chlamydien-Screening gehört zu den wichtigsten Untersuchungen und sollte idealerweise bereits vor der Schwangerschaft erfolgen, um im Erkrankungsfall die Schwangerschaft nicht mit einer Antibiotika-Therapie zu belasten. Wegen ihrer Häufigkeit und vor allem wegen des Risikos für Frühgeburten sollten Chlamydien in der Frühschwangerschaft unbedingt erkannt und konsequent behandelt werden. Die Risiko-Nutzen-Abwägung spricht im Erkrankungsfall eindeutig für eine Antibiotika-Therapie – und zwar unbedingt unter Einbeziehung des Partners.“

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Untersuchungen in der Schwangerschaft – Vorsorge und Pränataldiagnostik im Experten-Check:

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