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Zytomegalie in der Schwangerschaft: Wie ein Frühtest vor einer CMV-Infektion warnt

Zytomegalie in der Schwangerschaft: Bluttest warnt vor CMV-Infektion (SV)

  • Kostenträger: Selbstzahlerleistung (IGeL)
  • Untersuchung bei: Hebamme, Frauenärztin
  • Aufwand: gering
  • Experten-Empfehlung: im speziellen Fall
Zytomegalie in der Schwangerschaft: Bluttest warnt vor CMV-Infektion (SV)
Zytomegalie in der Schwangerschaft: Bluttest warnt vor CMV-Infektion (SV)
Wann: Zu Beginn der Schwangerschaft, ggf . Wiederholung zum späteren Zeitpunkt.

Wie: Eine Blutprobe wird entnommen und im Labor untersucht.

Wo: Bei der Hebamme oder Frauenärztin.

Was: Infektionen mit Zytomegalie-Viren kommen recht häufig vor und sind normalerweise nicht gefährlich. Sie erzeugen in den meisten Fällen nur leichte grippeähnliche Beschwerden. Oft verlaufen sie sogar unbemerkt. Bedenklich ist die Infektion nur für Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, oder wenn sich eine Frau das erste Mal während der Schwangerschaft ansteckt. Mit einem Bluttest lässt sich feststellen, ob eine Frau sich bereits einmal mit dem Virus infiziert hat. Es liegen dann spezielle Antikörper in ihrem Blut vor. Bei etwa 47 Prozent der Schwangeren in Deutschland ist das der Fall. Frauen, die schon einmal infiziert waren, sind zwar nicht zu 100 Prozent vor einer Neuinfektion geschützt. Sie tragen das Virus sogar in geringer Zahl dauerhaft im Körper. Es kann bei ihnen aber nicht mehr zu einer Erstansteckung während der Schwangerschaft kommen. Diese ist für das Ungeborene besonders gefährlich. Schätzungen zufolge kommt es in Deutschland bei 0,5 bis 1 Prozent der Schwangerschaften zu einer Erstinfektion mit Zytomegalie-Viren. Die Viren gehen dann mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 40 Prozent auf das Ungeborene über. Bei wiederum etwa 30 Prozent dieser Embryos kommt es dadurch zu Entwicklungsstörungen, Hörschäden oder Organschäden.

Nutzen: Durch den Test können Schwangere erfahren, ob sie sich bereits mit dem Virus infiziert haben. Ist das nicht der Fall, sollten sie eine Ansteckung während der Schwangerschaft vermeiden. Zytomegalie-Viren werden über den Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen. Besonders häufig scheiden kleine Kinder die Viren aus. Daher gilt es zum Beispiel, beim Kontakt mit Urin oder Speichel von kleinen Kindern achtsam zu sein, und sich die Hände gründlich zu waschen. Besteck und Geschirr sollten möglichst nicht mit kleinen Kindern geteilt werden. Die Frauenärztin wird genauer über entsprechende Vorsichtsmaßnahmen aufklären. Auch kann der Test während der Schwangerschaft wiederholt werden, um eine Ansteckung zu erkennen. Möglicherweise ist eine Behandlung mit Antikörpern geeignet, um das Kind vor einer Schädigung zu schützen. Nutzen und Risiken sind aber noch nicht abschließend erforscht. Eine Impfung gegen Zytomegalie-Viren ist nicht möglich.

Ergebnis: Der Test kann zuverlässig erkennen, ob eine Frau vor der Erstinfektion in der Schwangerschaft geschützt ist.

Risiken: Für das Kind birgt die Untersuchung kein Risiko.

Gesundheitliche Folgen für die Mutter: Der Test hat keine gesundheitlichen Auswirkungen für die Mutter, kann aber zur Verunsicherung führen.

Kosten: Der Test kostet etwa 15 Euro und wird von den gesetzlichen Krankenkassen in der Regel nicht übernommen.

Experteneinschätzung von Dr. Sven Hildebrandt, Professor für Frauenheilkunde und Geburtshilfe:
„Die Zytomegalie-Infektion hat gegenüber anderen Viruserkrankungen die Besonderheit, dass sie – wenn auch in abgeschwächter Form – mehrmals auftreten kann. Beim Nachweis eines Immunschutzes sollte die Schwangere dennoch weiter hygienische Grundregeln beim Umgang mit Körperflüssigkeiten beachten. Insofern ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Schwangere von der Untersuchung wirklich profitiert, äußerst gering. Wenn eine Schwangere zum Beispiel mit Kindern arbeitet, kann der Arbeitgeber Interesse an einem Test haben, um sich vor möglichen Ansprüchen hinsichtlich einer Berufskrankheit zu schützen.“

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