MENU

Untersuchungen in der Schwangerschaft – Vorsorge und Pränataldiagnostik im Experten-Check:
» 3. Schwangerschaftsdrittel
» Schwangerschaftsvorsorge (SV)

CTG in der Schwangerschaft (SV)

  • Kostenträger: Selbstzahlerleistung (IGeL), Kassenleistung
  • Untersuchung bei: Spezialis. Facharzt / Klinik, Hebamme, Frauenärztin
  • Aufwand: hoch
  • Experten-Empfehlung: im speziellen Fall
CTG in der Schwangerschaft (SV)
CTG in der Schwangerschaft (SV)
Wann: Im letzten Schwangerschaftsdrittel und bei der Geburt.

Wie: Messung über die Bauchdecke mit dem Cardiotokografen.

Wo: Bei der Hebamme, der Frauenärztin oder in der Klinik.

Was: Bei der Cardiotokografie (CTG) werden gleichzeitig die Herztätigkeit des Kindes und die Wehenaktivität der Mutter erfasst, die in den letzten Schwangerschaftswochen bereits auftritt. Das CTG kommt auch später während der Geburt zum Einsatz. Zur Messung wird der Schwangeren ein Bauchgurt mit zwei Sonden angelegt. Eine davon zeichnet den Herzschlag des Ungeborenen auf. Die andere erfasst Kontraktionen der Bauchdecke. Beide sind mit einem Computer verbunden, der daraus zwei Kurven errechnet. Mithilfe dieser Aufzeichnung lässt sich erkennen, ob es dem Baby gut geht. Oder ob es mit einem zu schnellen oder zu langsamen Herzschlag auf die Wehentätigkeit der Mutter reagiert. Die Untersuchung mit dem Cardiotokografen dauert etwa eine halbe Stunde, kann aber auch bis zu eine Stunde in Anspruch nehmen.

Nutzen: Die Untersuchung zeigt zum Ende der Schwangerschaft, ob es dem Baby unter der Wehentätigkeit der Mutter gut geht. Abfallende Herztöne können auf einen Sauerstoffmangel hinweisen. So lassen sich gefährliche Situationen erkennen, in denen zum Beispiel ein Kaiserschnitt nötig werden kann.

Ergebnis: Ein CTG liefert sofort Ergebnisse. Allerdings müssen diese richtig interpretiert werden, was eine gute Ausbildung und einige Erfahrung vom Untersuchenden erfordert.

Risiken: Der Cardiotokograf erzeugt Ultraschallwellen von größerer Energie als etwa ein normales Ultraschallgerät. Ob Ultraschallwellen dem Ungeborenen schaden können, ist nicht abschließend geklärt. Schwangere sollten sich deshalb vor jeder Ultraschall-Untersuchung über Nutzen und Risiken informieren. Um mögliche Risiken abzuwenden, empfehlen kritische Wissenschaftlerinnen und Ärztinnen eine Ultraschall-Untersuchung nur, wenn sie medizinisch begründet ist. Ihr Rat: so selten und so kurz wie möglich mit der geringsten Intensität. (Mehr Infos auf www.greenbirth.de und www.isppm.de).

Gesundheitliche Folgen für die Mutter: Der Test hat keine gesundheitlichen Auswirkungen für die Mutter.

Kosten: Viele Hebammen und Frauenärztinnen führen CTG-Untersuchungen ohne zusätzliche Kosten im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge durch. Vorgesehen ist das in jedem Fall bei Risikoschwangerschaften. Bei normal verlaufenden Schwangerschaften erheben einige Gebühren von zirka 20 Euro.

Experteneinschätzung von Dr. Sven Hildebrandt, Professor für Frauenheilkunde und Geburtshilfe:
„Beim CTG handelt es sich um einen Doppler-Ultraschall mit deutlich höherer Energiewirkung auf das Kind als beispielsweise ein „normaler“ bildgebender Ultraschall. Insofern stellt er schon eine gewisse Belastung für das Kind dar. Dem steht ein nur sehr geringer Nutzen gegenüber. Aus diesem Grund empfehlen die Mutterschaftsrichtlinien und die medizinischen Leitlinien nur in bestimmten Situationen ein CTG. Zum Beispiel, wenn der Arzt befürchtet, dass das Kind nicht ausreichend über die Plazenta versorgt wird.“

zum PDF-Download


Untersuchungen in der Schwangerschaft – Vorsorge und Pränataldiagnostik im Experten-Check:

In der Rubrik Schwangerschaftsvorsorge (SV) gibt es außer CTG in der Schwangerschaft (SV)

CTG in der Schwangerschaft (SV): Neuester Kommentar

Anne, Niedersachsen meint:
20.02.2018 10:31
Dass das CTG fast routinemäßig über 15 Min bei gesunden Schwangeren angelegt wird, ist ein Skandal. Viele normale Wehen werden dort pathologisiert. Mehr Skepsis/Nein gegenüber Routine-CTG empfohlen

CTG in der Schwangerschaft (SV): weitere Kommentare



Untersuchungen in der Schwangerschaft – Vorsorge und Pränataldiagnostik im Experten-Check: Erweiterte Suche