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APGAR - Infos zum APGAR-Schema

Aufregung und Schmerz sind fast vergessen, wenn das Neugeborene endlich in Mamas Armen liegt. Wie hat der Neuankömmling die Strapazen überstanden? Braucht er eventuell sofortige medizinische Hilfe? Das kontrolliert die Hebamme anhand des APGARSchemas – ein international einheitliches Punktesystem, das den Allgemeinzustand des Neugeborenen bewertet.

In diesem Artikel:

Traumnote 10: Was der APGAR - Wert aussagt

Eine 10 bedeutet: Alles bestens! Die Haut des Babys ist rosig, sein Herz schlägt über hundertmal pro Minute, es atmet gleichmäßig oder schreit, bewegt sich und reagiert auf das Absaugen mit Niesen oder Husten. Bei den meisten Neugeborenen liegt der APGAR-Wert zwischen sieben und zehn Punkten – es ist alles im Lot. 

APGAR-Punktesystem

Was sagt das APGAR-Punktesystem im Detail aus.  Hier findest du die Übersicht!  
APGAR-Punktesystem (PDF)

„Das Schema ist ein einfaches und effektives Vorgehen, um zu entscheiden, ob das Baby medizinische Hilfe braucht. Der APGAR-Wert ist sehr aussagekräftig“, beurteilt Dr. med. Hermann Josef Kahl, Sprecher des Ausschusses Prävention und Frühtherapie des Bundesverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), die Methode. „Wenn ein Neugeborenes keinen guten Wert erreicht, stimmt etwas mit ihm nicht, und wir müssen schnell medizinisch eingreifen.“

Lebensfrisch oder Anpassungsschwierigkeiten

Anästhesistin Virginia Apgar entwickelte die Methode 1952, nachdem sie erkannt hatte, dass das Leben vieler Neugeborenen zu retten ist, wenn diese direkt nach der Geburt untersucht und gegebenenfalls behandelt werden. Ihr Nachname weist auf die Kriterien hin, um die es geht:

  • Atmung
  • Puls
  • Grundtonus (Muskeltonus)
  • Aussehen (Hautfarbe)
  • Reflexe (Reaktion beim Absaugen)

In der ersten, der fünften und der zehnten Minute nach der Geburt werden die Lebensfunktionen mit je einem Wert zwischen 0 und 2 bewertet, dann werden diese Zahlen addiert.

Mit 10 oder 9 Punkten gilt das Neugeborene als optimal „lebensfrisch“, mit 8 oder 7 ist es normal vital. Ein Wert von 6 zeigt an, dass der Säugling Apassungsschwierigkeiten hat. Neugeborene mit einem Wert unter 5 müssen in manchen Fällen notfallmedizinisch versorgt werden – etwa durch Beatmung, Infusion oder Wärme. Auf diesen Fall sind die Hebammen und Kinderärzte in Kliniken vorbereitet. Genauso die Hebammen im Geburtshaus oder bei der Hausgeburt: Bei schlechten Werten versorgen auch sie das Neugeborene sofort mit Sauerstoff und Wärme. Wenn das nicht hilft, rufen sie den Kinderarzt oder einen Krankenwagen.

Nur eine Momentaufnahme Eine lange Austreibungsphase, Medikamente, Infektionen, Stress und angeborene Störungen können den APGAR-Wert beeinflussen. Frühchen lassen sich durch das APGAR-Schema nur unzureichend beurteilen, weil Vitalzeichen auch von der Reife des Neugeborenen abhängen – ein gesundes frühgeborenes Baby kann also einen
niedrigeren APGAR-Score erhalten als ein Kind, das zum errechneten Termin kommt. Auch nach einer Reanimation ist der Wert verzerrt und wenig aussagekräftig.

Der APGAR-Wert spiegelt also den Ist-Zustand des Neugeborenen nach der Geburt – er ist eine Momentaufnahme. Vorhersagen, wie gesund das kleine Menschlein durch das Leben geht, lässt der Wert nicht zu.