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Kinder-Entwicklung - Jungen brauchen mehr Halt

Von wegen wild: Geben Eltern eine klare Richtung vor, können sich Jungs leichter stabilisieren

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Jungen brauchen mehr Halt

Jungs sind laut, faul, hören nicht zu. Solche Klischees kennen alle Eltern. Dabei wird man Jungen damit keineswegs gerecht: denn wie so oft im Leben macht auch hier der Ton die Musik. „Vielleicht ist zuerst wichtig, dass es einen ‚Jungen-Erziehungsstil‘ so nicht gibt und auch nicht braucht. Im Durchschnitt ist bei Jungen aber das Bedürfnis nach Klarheit, Halt und Orientierung größer. Das entwickelt sich langsam, so ab drei, vier Jahren wird es allmählich erkennbar. Oft daran, dass die Eltern den Eindruck haben, sie kommen mit ihren Botschaften nicht an oder können sich nicht durchsetzen“, sagt Pädagoge Reinhard Winter. Wie es gelingt, erklärt der Erziehungswissenschaftler in seinem Buch „Jungen brauchen klare Ansagen“. Damit ist keineswegs Härte gemeint. „Es geht ja nicht um Strenge, sondern um liebevolle Klarheit. Sie hilft, stabile innere Strukturen zu bilden, mit wilden Impulsen und mit dem Chaos im Gehirn umzugehen. Und mit dieser Erfahrung stabiler, liebevoll führender Eltern sind sie gut ausgestattet, um überall gut in Beziehung zu kommen und Aufgaben gut bewältigen zu können.“

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„Von der Körpersprache her ist es gut, sich dem Jungen zuzuwenden. Und sprachlich hilft es, wenn Eltern auf den Punkt kommen, wenn sie eher kürzere Sätze machen, so mit sieben Worten als Richtschnur. Also keinen Wortschwall rauschen lassen, sondern Pausen einlegen oder einen Satz einfach stehen lassen.“ Was sind überhaupt klare Ansagen? Jedenfalls keine diktatorischen Anweisungen. Reinhard Winter versteht darunter vielmehr eine aktive Haltung von Eltern, die eine gute persönliche Autorität verkörpern. „Wichtig ist aber, dass wir diese Klarheit aktiv tun. Eltern machen es, indem sie Werte vertreten, den Kontakt zum Jungen halten, respektvoll sind oder Ruhe ausstrahlen.“