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Neu oder gebraucht: Pro und Contra

Viele junge Eltern sind in der unschönen Situation, mit einem begrenzten Budget wirtschaften zu müssen. Wer eine Familie gründet, hat oft mit hohen Ausgaben zu kämpfen. Vielleicht ist das Haus oder die Eigentumswohnung abzubezahlen. Wenn Nachwuchs unterwegs ist, fallen außerdem diverse Anschaffungen an, beispielsweise für ein größeres Auto. Es werden Kindersitze, Kleidung, Spielsachen und noch etliches mehr benötigt. Die Urlaube werden teurer, die Energie- und Haushaltskosten steigen durch die Notwendigkeit, deutlich öfters die Waschmaschine in Gang setzen zu müssen. Dazu kommen noch die Kosten für den Kita-Platz. Die finanzielle Mehrbelastung ist hoch. Die Motivation, Gebrauchtes zu kaufen, ebenso. Gut, wenn Sie dann die Kunst des Sparens beherrschen. Gerade bei Kinderkleidung und Spielzeug macht es durchaus Sinn, auf bereits Genutztes zurückzugreifen. Oft sind die Dinge nur kurze Zeit in Gebrauch, ehe die Kleinen rauswachsen. Dementsprechend gut ist der Zustand der Kleidung, der Spielsachen und Möbel. Aus diesem Grund boomt der Markt mit Gebrauchtwaren vor allem auf dem Baby- und Kindersektor. Doch nicht jeder kauft gerne Dinge, die bereits fremde Menschen benutzt haben. Hierbei spielen unter anderem hygienische Bedenken eine Rolle.

In diesem Artikel:

Wie hoch ist die Infektionsgefahr?

In der Regel weiß man bei einem Gebrauchtkauf nicht, was mit dem Gegenstand oder der Kleidung zuvor geschehen ist. Kinder sind verhältnismäßig häufig krank und nicht jede Kinderkrankheit ist eine Bagatelle. Die meisten Viren und Bakterien sind für das menschliche Auge unsichtbar und können dennoch auf Flächen vorhanden sein, die augenscheinlich blitzsauber aussehen. Allgemein gilt, dass die Viren in kälterem Klima länger ihre Infektionsfähigkeit beibehalten. Besonders häufig sind Schmier- oder Tröpfcheninfektionen auch über den Luftweg. Über die Luft gelangen die Partikel dann an die Gegenstände. Hochansteckende Noroviren, die für Magen-Darm-Beschwerden ursächlich sind, überleben unter günstigen Bedingungen mehrere Wochen lang. Gastroenteritiserreger sind ohnehin mit einem höheren Risiko behaftet, weil sie länger überleben und auch nur wenige Viren für eine Infektion erforderlich sind. Über verunreinigte Gegenstände infizieren können Sie sich auch mit dem Rotavirus, der ebenfalls schwere Durchfälle und Erbrechen verursacht. In der Umwelt sind die Erreger sehr stabil und überdauern vor allem im feuchten Milieu bis zu mehrere Wochen. Zu den weniger ansteckenden Krankheiten gehören zum Beispiel die Masern, die auf einem Spielzeug oder auf der Kleidung lediglich bis zu zwei Stunden infektiös bleiben. Hepatitis-Viren überleben außerhalb des menschlichen Körpers nur bis zu sieben Tage. Auch Grippeviren sind nicht so ausdauernd, dass von ihnen eine Gefahr beim Gebrauchtwarenkauf ausgeht, es sei denn, der Verkäufer ist selbst erkrankt und überträgt seine Viren auf den Gegenstand.

Waschen, gründlich desinfizieren oder restaurieren

Wenn Sie Gebrauchtwaren für Ihre Kinder kaufen, sollten Sie diese zuvor gründlich in Augenschein nehmen. Es ist sinnvoll, alles, was waschbar ist, auch zu waschen, selbst dann, wenn die Ware einen ordentlichen und gepflegten Eindruck hinterlässt. Vorsicht ist immer noch besser als Nachsicht. Das gilt insbesondere für Unterwäsche, Bettwäsche, Lätzchen, Schuhe und Badesachen, aber auch für Stoff- und Plüschtiere, Puppen und Spielsachen aus textilen Materialien, die leicht schmutzig werden können und den Dreck quasi aufsaugen. All diese Dinge sollten Sie ohnehin nur dann gebraucht kaufen, wenn sie noch fast neu und in einem wirklich guten Zustand sind. Beim Erwerb von Spielsachen aus Plastik, Metall und Holz müssen Sie weniger Bedenken haben. Gegenstände mit einer glatten, nicht saugfähigen Oberfläche sind leicht mit Wasser und Spülmittel zu reinigen. Ein handelsübliches Desinfektionsspray tötet fast alle Bakterien und Viren zuverlässig ab. Bei Holzgegenständen lohnt sich vielleicht sogar ein frischer Anstrich und die Dinge sehen wieder fast wie neu aus. Rutschautos, Trettraktoren, Rutschen, Schaukeln und Sandspielzeuge sind allgemein sehr langlebige Dinge, die sich problemlos weitere Male nutzen lassen. Mit dem Kauf dieser Sachen schonen Sie nicht nur Ihren Geldbeutel, sondern tun auch der Umwelt etwas Gutes, indem Sie auf eine Neuanschaffung verzichten. Manchmal kann es auch sinnvoll sein, Kaputtes oder nicht mehr so Schönes mit viel Liebe zu renovieren. Alte Schaukelpferde erhalten somit zum Beispiel ein völlig neues Aussehen. Bei der Restaurierung können Sie Ihrer Fantasie freien Lauf lassen und den Gegenstand farblich umgestalten oder anderweitig verändern und an die persönlichen Bedürfnisse Ihres Kindes anpassen. Vielleicht statten Sie das Holzpferd mit einer selbstgenähten Satteldecke aus oder befestigen eine wallende Mähne daran. Auch Puppen bieten diese Möglichkeit der neuen Einkleidung. Mit ein bisschen Glück finden Sie die "Zutaten" für Ihr Vorhaben sogar auf dem eigenen Dachboden oder Sie besuchen einen Flohmarkt und werden dort fündig. Ein Flohmarktbesuch ist ohnehin sehr inspirierend. Schon so manches Elternteil hat dort eine originelle Puppenstube oder ein altes Tretauto zum Restaurieren gefunden.

Der Gebrauchtkauf schont die Umwelt

Wer gebrauchte Produkte erwirbt und weiternutzt, leistet einen wichtigen Beitrag für den Umweltschutz. Der Ressourcenverbrauch für die Herstellung der neuen Produkte ist hoch. Für ein T-Shirt werden je nach Färbung und Verarbeitung rund 2 700 bis 15 000 Liter Wasser vergeudet, das entspricht in etwa dem Volumen von mindestens 15 Badewannen. Der Wasserverbrauch umfasst den Anbau, die Reinigung der Fasern sowie die Veredelung der Stoffe. Im Schnitt kauft jeder Deutsche rund 28 Kilogramm Textilien im Jahr. All diese Produkte müssen natürlich auch entsorgt werden und belasten hierbei erneut die Umwelt. Bei großvolumigen Spielsachen aus Plastik sind die Folgen noch dramatischer. Bei der Müllverbrennung fallen hohe Konzentrationen an Schadstoffen an und auch die Herstellung ist aus umweltrelevanten Gesichtspunkten problematisch. Gerade bei Plastikspielzeug leisten Sie einen wertvollen Beitrag zum Umweltschutz, wenn Sie auf gebrauchte Produkte zurückgreifen.

Die Vorteile des Secondhand-Kaufs

Secondhand-Kleidung und gebrauchte Spielsachen sowie Einrichtungsgegenstände können Sie über private Kleinanzeigen kaufen oder aber Sie besuchen einen Kleinkinder-Basar, den inzwischen viele Kitas und Kindergärten ein- bis zweimal jährlich zumeist vor der Sommer- und der Wintersaison veranstalten. Wenn Ihnen der Gedanke unangenehm ist, dass Sie die Kleidung von unbekannten Personen kaufen, dann sollten Sie einen Basar besuchen, auf dem die Verkäufer selbst ihre Ware feilbieten. Der erste Eindruck ist oft entscheidend und das Wissen um die Herkunft schafft Vertrauen und Transparenz. Mittlerweile sind jedoch Listenverkäufe häufig üblich. Bei dieser Form des Secondhand-Handels wird die Ware im Auftrag des Verkäufers von einer dritten Person angeboten. Die Verkäufer geben ihre Sachen ab und tragen den gewünschten Preis in die Liste ein. Oftmals behält der ausrichtende Veranstalter, zum Beispiel der Kindergarten, einen Teilbetrag davon als Aufwandsentschädigung ein. Hier erwerben Sie die Dinge nicht direkt von den Leuten, die diese zuvor genutzt haben. Insbesondere bei gebrauchter Kleidung wird aber sehr schnell ersichtlich, in welchem Zustand sie sich befindet und wie sie gepflegt wurde. Hartnäckige Gerüche und Flecken sind nämlich nur schwer entfernbar. Ein weiterer Vorteil der Gebrauchtkleidung ist, dass sie zumeist bereits sehr oft gewaschen wurde. Schadstoffe und potenzielle Allergene sind in dieser Kleidung kaum mehr vorhanden.

Altes verkaufen und Anderes erwerben

Es gibt noch eine weitere sehr effektive Methode, Geld zu sparen. Wenn Sie Ihre gebrauchten Kindersachen verkaufen, dann haben Sie wieder genug finanzielle Mittel, um dringend Benötigtes einzukaufen. Viele Kindergärten und andere Einrichtungen veranstalten regelmäßig Gebrauchtwarenbasare speziell für den Nachwuchs. Clevere Eltern bringen ihre alten Sachen zum Verkauf mit und kaufen dort die Dinge, die sie brauchen. In gewisser Weise findet hier dann eine Art Tausch statt, von dem alle Seiten profitieren. Auch Tauschbörsen sind mittlerweile in vielen Städten zu finden. Außerdem kann es sich lohnen, Verwandte und Bekannte um die ausgetragenen Kleidungsstücke und nicht mehr benötigten Spielsachen ihrer bereits herausgewachsenen Kinder zu bitten. Viele Eltern haben hierbei ein deutlich besseres Gefühl, weil sie schließlich ganz genau wissen, woher die Dinge stammen.

Neues günstig bestellen

Nicht nur aus hygienischen Gründen bevorzugen die meisten Eltern Neuware für ihre Kinder, sondern auch deshalb, weil die Kleidung weder abgetragen noch ausgeblichen oder beschädigt ist. Etwas bislang Ungenutzes zu erwerben, macht einfach mehr Spaß, denn diese Dinge sind schöner. Neue Spielsachen und Einrichtungsgegenstände halten länger und bereiten oft noch den nachfolgenden Geschwisterkindern viel Freude. Ist weiterer Nachwuchs geplant, dann lohnt sich die Anschaffung neuer Ware auf jeden Fall. Auch bei begrenztem Budget ist es häufig möglich, die Kinder neu einzukleiden oder mit schöner Neuware zu überraschen, denn nicht immer ist der Gebrauchtkauf billiger. Regelmäßig finden Sonderaktionen statt, die die Möglichkeit bieten, Kinderkleidung und andere Ausstattungsgegenstände zum Schnäppchenpreis zu sichern. Vor allem an bestimmten Tagen wie dem Cyber Monday und dem Black Friday locken immer wieder tolle Überraschungen. Der Cyber Monday kennzeichnet den Start des Weihnachtsgeschäftes in den Internetläden. Üblicherweise ist das der Montag, der auf den vierten Donnerstag im November folgt. Viele Online-Shops gewähren an diesem Tag satte Rabatte. Am darauffolgenden Freitag können Sie sich dann über die Sonderangebote zum Black Friday freuen, der ebenfalls den Beginn der Weihnachtssaison einläutet. Es lohnt sich gerade in dieser Zeit, die Online-Angebote der Kinderausstatter genau zu studieren. Weitere lukrative Angebote gibt es anlässlich des Sommer- und Winterschlussverkaufs. Diese finden statt, um die Warenlager der Händler zu räumen und Platz für Neues zu schaffen. Traditionell findet der Sommerschlussverkauf gegen Ende Juli und der Winterschlussverkauf gegen Ende Januar statt. Meistens erstreckt sich die Aktion, in der die Ware zu deutlich reduzierten Preisen angeboten wird, über einen Zeitraum von etwa zwei Wochen. Das gilt sowohl für das Ladengeschäft vor Ort als auch für die Online-Shops. Der Geschäftsinhaber kann die Zeit der Schlussverkäufe selbst festlegen, so dass es hin und wieder zu einzelnen Verschiebungen kommen kann. Außerdem nutzen viele Anbieter die Möglichkeit, Deals und Rabatte zu beliebigen Zeiten im Jahr zu offerieren. Wer beim Kauf der Kinderartikel sparen möchte, sollte außerdem die Gutscheincodes nutzen. Diese werden in unregelmäßigen Abständen von verschiedenen Kinderausstattern und Spielzeugfachgeschäften online gestellt und bieten die Chance, Prozente, eine bestimmte Summe oder die Versandkosten vom Einkaufswert abzuziehen. Newsletter informieren über die aktuellen Rabatt- und Sonderaktionen, so dass es sich durchaus lohnt, diese zu abonnieren, zumal bereits für das Abonnement häufig ein Preisabzug auf die nächste Bestellung gewährt wird. Weitere Vergünstigungen warten beim Kauf von Großpackungen. Wer also gleich fünf oder zehn Paar Strümpfe bestellt, zahlt letztendlich weniger für das Paar. Einige Online-Händler bieten zudem Warenabonnements für regelmäßig benötigte Ware an. Dabei kann es sich um Hunde- und Katzenfutter, Tee, aber auch um Kindernahrung und Windeln handeln.

Die Zeit drängt!

Der früheste Vogel fängt den Wurm. An diesem Sinnspruch ist viel Wahres dran, denn auch wer günstig Kinderprodukte kaufen möchte, sollte dies möglichst schnell und vor allem zum richtigen Zeitpunkt tun. Das Sparen beginnt hier im Idealfall, wenn das Kind noch im Bauch der Mutter schlummert, und nicht erst, wenn die Dinge dringend benötigt werden. Sparsame Eltern planen weit voraus und nutzen jede Gelegenheit, die sich aktuell bietet, selbst wenn das Kind die Sachen erst in einem Jahr tragen kann. Passende Gelegenheiten sind beispielsweise Lagerräumungen, Schlussverkäufe und die günstige Abgabe von Auslaufmodellen. Auch Artikel, die außerhalb der eigentlichen Saison verkauft werden, sind oft billiger. Das heißt, mit dem Schaukelkauf nicht erst bis Ostern warten, wenn kurz vor Weihnachten ein Schnäppchen wartet.

Eher zu groß als zu klein kaufen

Clevere Eltern kaufen für ihre Kinder Kleidung, die besonders weit geschnitten und unter Umständen eine oder gar mehrere Nummern zu groß ist. Viele T-Shirts und Hosen aus Stretchmaterial bereiten so viele Jahre Freude. Auch zu lange Ärmel und Hosenbeine lassen sich oft problemlos umnähen oder umfalten. Ohnehin fühlen sich die Kleinen in einer weit geschnittenen, elastischen Kleidung sehr viel wohler als in engen Jeans. Im Handel gibt es zudem Hosen, die mitwachsen und die sich mithilfe eines Gummizuges oder mit Druckknöpfen in der Weite individuell verstellen lassen. Bei der Kleidung schadet es kaum, wenn Sie die Sachen etwas zu groß kaufen, insofern die Kleinen nicht über ihre eigenen Hosenbeine stolpern. Bei Schuhen sieht die Sache allerdings ganz anders aus. Diese dürfen natürlich auf keinen Fall zu klein sein, aber allzu groß auch nicht. Vor allem kleine, noch im Wachstum befindliche Kinderfüße brauchen einen festen und sicheren Halt. Und den haben sie nur in einem Schuh, der perfekt passt. Ihrem Kind zuliebe sollten Sie am Schuhwerk nicht sparen. Da jeder Mensch von klein auf über ein anderes Gangbild und über eine individuelle anatomische Fußform verfügt, ist es immer besser, neue Schuhe zu erwerben. Schuhe benötigen eine gewisse Einlaufzeit, ehe sie sich an die jeweilige Fußform anpassen. Bei bereits getragenem Schuhwerk befindet sich bereits der "Fußabdruck" eines Fremden darin. Gebrauchtschuhe sind deshalb nur dann in Erwägung zu ziehen, wenn diese wirklich noch fast wie neu und nur sehr, sehr wenig genutzt sind. Auch aus hygienischen Gründen ist vom Erwerb stark gebrauchter Modelle abzuraten.