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Stillen - Stillen in der Öffentlichkeit

In diesem Artikel:

Stillen in der Öffentlichkeit: toleriert oder Tabu?

Stillen ist wie Tanzen. Die Voraussetzungen, es zu lernen, sind vorhanden. Doch selten fliegt es einem einfach zu, beides muss gelernt werden, zumindest muss man sich auf den neuen Partner einstellen. Wenn man sich als Paar dann sicher ist, traut man sich auch aus dem geschützten Raum nach draußen. Wir möchten Frauen Mut machen, auch in der Öffentlichkeit zu stillen. Es erleichtert das Aus-dem Haus-gehen sehr, denn Muttermilch ist immer mit dabei, richtig temperiert, kann nicht versehentlich verschüttet werden und ist hygienisch verpackt. Gerade in wärmeren Jahreszeiten ist es dann leichter, unterwegs zu sein. Stillen macht unabhängig.

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Ein bisschen Selbstbewusstsein gehört am Anfang dazu, aber alle von mir befragten Mütter gaben an, dass sie gute Erfahrungen gemacht haben. Stillen kann diskret passieren, so dass die Umwelt häufig gar nichts davon bemerkt. Bei ganz kleinen Babys bekommen die Mütter – wenn es bemerkt wird – dann häufig positive Äußerungen wie: „Oh, er/sie trinkt ja. Ist ja süß.“ Anders ist es, wenn die Babys schon größer sind oder Kleinkinder gestillt werden. Das liegt aber eher daran, dass in unserer Gesellschaft das längere Stillen, wie es die WHO empfiehlt, nicht bekannt ist und solche Bilder (leider noch) ungewöhnlich sind. Andererseits sind Kleinkinder aber auch in der Lage zu warten, so dass eine ruhige Stelle zum Stillen gesucht werden kann.

Generell bekommen junge Mütter Unterstützung in Stillgruppen: zu erfragen bei Still- und Laktationsberaterinnen IBCLCs, siehe unter www.bdl-stillen.de oder bei der La Leche Liga www.lalecheliga.de sowie bei der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen www.afs-stillen.de. Für diejenigen, die schon länger stillen, ist das Buch „Wir stillen noch“ zu empfehlen - zu erhalten bei der La leche Liga.

Stillen ist die normale Ernährung für Menschenbabys. Flaschenernährung ist eine andere Wahl. Da ist es selbstverständlich, sich nicht zu verstecken. Kinder gehören zur Gesellschaft dazu, die gesunde Ernährung ebenfalls.

Unproblematisch

Meine Erfahrungen beim Stillen unterwegs sind rundum positiv. Ich fand's einfach praktisch und schön und vor allem viel unkomplizierter als später das Flaschemachen: immer da, immer in der richtigen Temperatur und immer beliebt!

Wir haben zu dritt schon früh viele Ausflüge gemacht und ich habe in den Pausen beim Wandern und Radfahren immer gerne gestillt. Natürlich sucht man sich ein ruhiges, windstilles oder schattiges Plätzchen, aber das war auch immer zu finden.
Solveig aus München

Stillen im Café

Auf dem Bild sitze ich in einem Café am Berliner Hauptbahnhof. Die Frau, die neben mir saß, war sehr fasziniert. Der Mann, zu dem wir uns an den Tisch setzten, sagte nur "ja ja" als ich ihn fragte, ob es in Ordnung sei, dass ich mein Kind hier stille. Also ich habe nur Positives erfahren. Und auf dumme Bemerkungen würde ich entsprechend reagieren.
Bianca aus Wildau

Stillen auf Waschpulver-Palette

Viviane war noch ganz klein, so ca. 3-4 Wochen jung und ich als junge Mutter noch recht unerfahren. Ich hatte meine Einkaufstour von Windeln und Co. etwas zu lang ausgedehnt. Prompt passierte es! Als ich im Aldi-Markt gerade meinen Einkaufskorb 3/4 voll hatte, ging die Sirene los. Was tun? Die Einkaufstour abbrechen und heimfahren, hätte bedeutet, die Hälfte der Einkäufe nicht erledigt zu haben. Zu Ende einkaufen wäre purer Stress gewesen - mit einem weinenden Kind. Unsere Tochter war ein sehr friedliches Baby, aber wenn sie Hunger hatte, war mit ihr nicht zu spaßen.

Natürlich war weit und breit auch kein Personal, das man nach einem Aufenthaltsraum hätte fragen können. Also habe ich mir kurzerhand ein "gemütliches" Eckchen auf der Waschmittelpalette gesucht, Brust raus (natürlich dezent) und Baby angedockt. Den Einkaufswagen hatte ich als Sichtschutz vor mich gestellt, denn an dem Morgen waren viele ältere Herrschaften unterwegs und ich wollte ja keinen vor den Kopf stoßen. Das Gegenteil war der Fall. Ein paar der älteren Damen und Herren versuchten, den Wagen zur Seite zu schieben, da ich ja unten auf der Waschmittelpalette wirklich gut getarnt war und man mich gar nicht sah. ;-) Wenn sie mich dann entdeckten, kamen so nette Sprüche wie, "oh, da schmeckt's aber jemandem" und "was sein muss, muss sein".

Zwischenzeitig habe ich mich selbstständig gemacht mit meinem Umstandsmode und Still-Shop www.bellissimama.de.
Sonja aus Weil im Schönbuch


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