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Babyzeichensprache: Wie du mit Zeichen und Gebärden dein Kind verstehen lernst

Faust auf, Faust zu – das heißt in der Babyzeichensprache „Licht an, Licht aus“. Mit Gebärden können Eltern und Baby lange vor dem Erlernen der Sprache miteinander kommunizieren. Das erleichtert den Alltag und bringt Spaß – solange Ehrgeiz und Leistung nicht im Mittelpunkt stehen.

In diesem Artikel:

So funktioniert die Zeichensprache für Babys

Streck´ den Arm aus, öffne und schließe dann deine Faust. Mit dieser einfachen Geste hast du das Zeichen für „Licht an“ beziehungsweise „Licht aus“ gelernt. Bis zu 60 Gebärden bringt Wiebke Gericke Eltern bei, die an einem ihrer babySignal-Kurse teilnehmen.

„Die Eltern lernen viel mehr Gebärden, als sie benötigen und suchen sich dann einfach aus, welche der Zeichen im Alltag nützlich sein können“, erklärt Diplom-Pädagogin Gericke ihr Konzept babySignal, das sie 2005 entwickelt hat. 

Ab wann ein Babyzeichensprache-Kurs sinnvoll ist

besuchen Ab dem sechsten Monat sind die Kleinen in der Lage, diese Zeichen, die auf die Deutsche Gebärdensprache von Gehörlosen zurückgehen, zu erlernen – also lange Zeit, bevor die Entwicklung des Sprechapparates des Kindes abgeschlossen ist. Bevor und während Babys sprechen lernen, können sie mit diesen Zeichen ihre Wünsche, Bedürfnisse und Beobachtungen verständlich mitteilen.

Mit Babyzeichensprache die Lust an Kommunikation wecken

Im Jahr 1980 wurde die Babyzeichensprache von den Amerikanerinnen Linda Acredolo und Susan Goodwyn entwickelt. Mittlerweile wird diese „Unterhaltungsform“ auch eifrig in Deutschland erprobt.

Eltern-Baby-Kurse finden

Neben Babysignal-Kursen gibt es noch weitere Eltern-Baby-Kurse wie zum Beispiel PEKiP, FenKid oderFabel. Eine Übersicht dazu gibt’s für dich hier. Kursanbieter und -angebote in deiner Nähe findest du in unserer Kursrubrik.

Befürworter sprechen von entscheidenden Vorteilen für die Entwicklung der Kinder, manche sogar von einer Steigerung des IQs bei den Winzlingen. Doch wissenschaftliche Belege für diese Behauptungen gibt es noch nicht.

Für Wiebke Gericke sind die Babysignale „ein Steigbügel beim Erlernen des Sprechens“. Ängste, dass Kinder durch das Gebärden verzögert sprechen lernen, sind nach Meinung der Pädagogin grundlos. Die Gebärdensprache soll das Interesse an der Kommunikation wecken.

Gibt es auch Kritik an der Babyzeichensprache?

Durchaus. Was ist mit der intuitiven Verständigung zwischen Eltern und Sprössling? Geht sie durch das „Gekünstelte“ verloren? Wie sich Eltern und Baby ohne bewusste Zeichensprache unterhalten, sei von dem jeweiligen Feingefühl von Mama und Papa abhängig, so Pädagogin Gericke. Wenn es aber daran etwas hapert, könnten Babysignale helfen, ein wenig mehr von den Ideen, Gedanken und Bedürfnissen der Kinder wahrzunehmen. Denn dadurch, so Gericke, werde der Kontakt zum Baby intensiviert. Ganz wichtig: kein Förderwahn, kein Leistungsdruck, sondern locker und gelassen bleiben! Es geht nicht darum, dem Kind so schnell wie möglich, viele Signale beizubringen, sondern darum gemeinsam Spaß zu haben und aktiv sein.

Vorteile der Babyzeichensprache

  • Das Kind erfährt, dass es sich mit Gebärden mitteilen kann: Sie benennen mit ihren Händchen, was sie genau möchten, sehen oder hören, was sie denken und erkennen.
  • Das wiederum hat den großen Vorteil, dass Eltern ihre Kinder, ihre Bedürfnisse und Wünsche, noch besser verstehen. Sie erfahren konkret, was ihr Kind denkt, sieht oder haben möchte.
  • Die Erfahrung, kommunizieren zu können, fördert die Freude am Sprechen und unterstützt die Sprachentwicklung.
  • Gebärden bauen eine Brücke zwischen verschiedenen Sprachen. Gerade bei mehrsprachig aufwachsenden Kindern, können sie sehr sinnvoll sein.
  • Kinder mit Sprech- und Lernschwierigkeiten oder Kinder mit (Hör-)behinderung profitieren von den Gebärden.