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Doula – deine Berufung? Vielleicht kitschig. Aber vielleicht wahr.

„Eigentlich wollte ich mal Hebamme werden.“ Diesen Satz hört eine Hebamme mit über 30 Jahren Erfahrung unglaublich oft von Frauen, die sich zur Doula ausbilden lassen. Sie erzählt von Berufung, erklärt, worauf es bei der Ausbildung ankommt und warum medizinisches Grundwissen den Unterschied macht.

In diesem Artikel:

„Eigentlich wollte ich mal Hebamme werden."

 

Diesen Satz höre ich unglaublich oft. Bevor eine Frau ihre Ausbildung bei mir beginnt, führe ich

mit ihr ein Kennenlerngespräch, und ganz oft fällt genau dieser Satz. Damals kam etwas

dazwischen. Aber der Wunsch ist nie verschwunden.Andere erzählen mir, dass ihr eigenes Muttersein ihnen einen neuen Blick geschenkt hat. Auf

sich selbst und auf das, was sie in die Welt geben möchten. Da hat sich etwas verschoben,

ganz tief drinnen.

Was das ist? Berufung. Da ist ein Ruf. Den können wir eine Weile ignorieren. Aber ich

verspreche dir: Er kommt immer wieder.

Und er erreicht ganz unterschiedliche Frauen. In meinen Kursen treffen sich Ärztinnen,

Physiotherapeutinnen und Marketingexpertinnen, aktuell ist sogar eine Mechatronikerin dabei.

So verschieden ihre Wege sind, eines haben sie gemeinsam: ein Herz für Mütter.

 

Wir dürfen heute wählen

Noch vor ein paar Generationen war der Beruf oft vorbestimmt. Heute dürfen wir hinschauen:

Was will ich in die Welt bringen? Viele Frauen sagen mir, sie möchten etwas Sinnstiftendes tun.

Aber Sinn allein reicht nicht. Deine Arbeit darf dich erfüllen und sie darf dich auch gut ernähren,

statt dich auszubrennen. Das gelingt, wenn du in deiner Kraft arbeitest.

 

Kein geschützter Beruf – schau genau hin

„Doula“ ist in Deutschland keine geschützte Berufsbezeichnung. Das hat eine schöne Seite: Wir

sind nicht an starre Vorgaben gebunden und dürfen unsere Angebote kreativ gestalten, ähnlich

wie ein Coach.

Es bedeutet aber auch, dass die Ausbildungen sehr unterschiedlich sind. Manche dauern ein

Wochenende, andere Monate. Manche arbeiten wissenschaftlich fundiert, andere eher spirituell.

Schau also genau hin: Wer unterrichtet? Worauf stützt sich das Wissen? Und wirst du auch

nach dem Abschluss begleitet?

 

Warum ich als Hebamme ausbilde

Eine Doula arbeitet nicht medizinisch, und das ist auch gut so. Trotzdem muss sie verstehen,

was im Körper einer Frau passiert. Nur dann kann sie eine Situation richtig einschätzen, ruhig

bleiben und wissen, wann sie Fachleute dazuholt. Genau dieses Fundament gebe ich weiter:

Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und das erste Babyjahr, dazu Expertinnen wie Nicola

Schmidt oder die Stillberaterin Katrin Bautsch.

Dass ich seit über 30 Jahren Hebamme bin, macht dabei einen Unterschied. Ich weiß, was

Hebammen im Kreißsaal brauchen, damit eine Doula ihnen nicht in die Quere kommt, sondern

die Arbeit erleichtert. Diese Brücke gebe ich weiter, und genau deshalb funktioniert die

Zusammenarbeit später so gut. Die Rückmeldungen aus den Kliniken sind durchweg positiv.

Und trotzdem: Wissen kann ich dir beibringen. Die Berufung nicht. Die wichtigste

Voraussetzung bringst du selbst mit.

Das Schönste ist für mich, was danach bleibt: eine Gemeinschaft von Frauen, die sich

gegenseitig tragen, statt sich als Konkurrenz zu sehen.

Wenn du beim Lesen gemerkt hast, dass da etwas in dir ruft: Hör hin. Alle Infos zur Ausbildung

und zu den kostenlosen Infoabenden findest du auf doulaplus.de

 

Weitere Artikel der Autorin:

Nie mehr alleine gebähren

Ein Tag mit einer Doula