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Säuglingspflege – Wie du dein Baby richtig pflegen kannst

Während Säuglinge noch vor einigen Jahren nach dem Motto „viel hilft viel“ täglich gebadet und komplett eingeölt bzw. -gecremt wurden, weiß man heute, daß zuviel des Guten die zarte, empfindliche Babyhaut regelrecht strapaziert.

In diesem Artikel:

Babypflege – Wie ein Säuglingspflegekurs dich vorbereitet

Damit du dir schon mal einen ersten Eindruck machen kannst, was in Sachen Babypflege auf dich zukommt, erzählt dir hier unsere Vloggerin Manu ihre ganz persönlichen Erlebnisse aus ihrem Säuglingspflegekurs:

Körperpflege fürs Baby

Viel hilft viel? Nicht in Sachen Babypflege! Die funktionelle Unreife der Säuglingshaut sollte bei allen Pflege- und Reinigungsmaßnahmen berücksichtigt werden. Die folgenden Tipps wurden allgemein für alle Babys geschrieben. Sie sollen Eltern dabei unterstützen, schonend mit Babys Haut umzugehen.

Tägliche Säuglingspflege

  • Gesicht, Hände und Po entweder nur mit Wasser oder mit einer milden, vor Austrocknung schützenden Waschlotion waschen. Bei Neurodermitis sind Ölbäder gut geeignet, da sie rückfetten. Das Baby feucht abwaschen, dann einen Spritzer Ölbad in die Handflächen nehmen und statt „Seife“ verteilen. Auf keinen Fall solltest du Babyseife verwenden.
  • Um Hautirritationen vorzubeugen, muß die Babyhaut gründlich abgetrocknet werden, insbesondere in den Hautfalten (Po und Leistengegend). Nicht rubbeln, nur sanft trockentupfen.
  • Das Baby mit Neurodermitis etwa zweimal täglich mit der vom Arzt empfohlenen Creme eincremen.
  • Wenn‘s draußen kalt ist, schützt eine Cremeschicht das empfindliche Babygesicht am besten.
  • Tägliches Haarebürsten mit einer weichen Babybürste kräftigt die Kopfhaut und beugt Schuppenbildung vor. Vorsicht bei Milchschorf oder Ekzemen auf dem Kopf!
  • Im Zwischenzehenbereich verstecken sich oft Fusseln oder kleine Schmutzpartikel - sie sollten daher täglich entfernt werden.

Säuglingshaut – zart und sensibel

Babyhaut muß erst erwachsen werden, um voll funktionsfähig zu sein, und das dauert etwa bis zum 12. Lebensjahr! Bei Babys ist die Produktion der Talgdrüsenfette noch eingeschränkt und der Säureschutzmantel daher nur unvollständig funktionsfähig. Obwohl der pH-Wert der Säuglingshaut deutlich im sauren Bereich liegt, ist ihr Alkalineutralisationsvermögen (Wiederherstellung des ursprünglich sauren Milieus zum Beispiel nach Alkalieinwirkung) noch sehr gering. Diese Tatsache macht zarte Säuglingshaut besonders empfindlich gegen chemische, physikalische und mikrobielle Einflüsse: Alkalien (z. B. herkömmliche Seife) können sie leichter austrocknen und zum Beispiel drückende oder scheuernde Windeln und Kleidung schnell zu Rötungen führen. Außerdem ist Babyhaut fünfmal dünner als die von Erwachsenen – entsprechend dünn ist auch die schützende Hornschicht. Besonders empfindliche Hautpartien sind beim Baby der Windelbereich, der Hals, die Leistengegend und die Gelenkbeugen (die sogenannten intertriginösen Bereiche, in denen Haut auf Haut liegt).

Wundsein – trotz bester Pflege?

Ein besonders „wunder Punkt“ ist der Babypopo: Trotz sorgfältigster Pflege kann es schnell passieren, daß Babys wund werden. Oft reicht schon eine unverträgliche Obst- und Gemüsesorte (z. B. Zitrusfrüchte), auch wenn nur die stillende Mutter sie gegessen hat. Eine volle Windel führt ebenfalls schnell zu Rötungen der Haut, wobei der Stuhl durch die Nahrungsvielfalt mit zunehmendem Alter immer aggressiver wird.

Windeldermatitis

Nicht jeder wunde Po ist gleich eine Windeldermatitis. Dennoch ist diese durch aggressive Substanzen ausgelöste Hautschädigung keineswegs selten. Sie tritt bevorzugt zwischen dem zweiten und vierten Lebensmonat auf und zeigt sich zunächst als eine auf den Windelbereich begrenzte Rötung, die im weiteren Verlauf bei etwa jedem vierten Baby in nässende, juckende und brennende Knötchen, Pusteln und Bläschen übergehen kann und das Wohlbefinden wesentlich beeinträchtigt. Zahlreiche Ursachen kommen bei Ihrer Entstehung zusammen: Das feuchtwarme, häufig nasse Milieu im Windelbereich, hautreizender Stuhl und Ammoniak aus dem Urin, das den pH-Wert im Windelbereich von etwa 5,7 auf 7 bis 7,5 erhöht. Zusätzliche Hefepilzinfektionen vornehmlich mit Candida albicans zählen zu den Hauptauslösern der Windeldermatitis. Seltener Windelwechsel verstärkt die Symptome.

5 Pflegetipps

  1. Ein bis zwei Bäder pro Woche reichen aus. Damit die zarte Babyhaut nicht austrocknet, braucht sie rückfettende Substanzen! Pflegende Ölbäder eignen sich besonders bei Neigung zu trocknen Hautzuständen, auch bei Neurodermitis und Schuppenflechte. Keine Schaumbäder oder herkömmlichen Badezusätze für Babys oder Kinder verwenden, sie trocknen die zarte Babyhaut zu sehr aus und enthalten häufig Zusätze wie Parfüm oder Milchpulver. Auch das Kleopatrabad mit Olivenöl und Milch ist für Babys nicht geeignet, da viele Babys mit Neurodermitis eine Kuhmilchallergie haben. Neben medizinischen Ölbädern sind auch Kleiebäder bei Neurodermitis gut geeignet. Die richtige Wassertemperatur (Kinderbad = 37° C, bei Neurodermitis 35-36° C) wird am sichersten mit einem Badethermometer geprüft.
  2. Zum Haarewaschen reicht bei Säuglingen Wasser. Größeren Kindern wäscht man das nun dichter gewordene Haar mit einem mild reinigenden Shampoo, das den Säureschutzmantel von Haar und Kopfhaut schont. Milchschorf nicht abkratzen, er fällt nach und nach von alleine ab!
  3. Ohren und Nase werden am besten mit einem weichen Kosmetiktuch oder speziellen, dickeren Babywattestäbchen (normale Wattestäbchen bergen Verletzungsgefahr!) gereinigt. Obwohl beides nicht weh tut, haben die meisten Babys eine angeborene Abneigung gegen diese Prozeduren. Das Stäbchen nicht in Ohr oder Nase einführen, sondern nur vorne an reinigen, sonst besteht bei einer plötzlichen Bewegung des Kindes Verletzungsgefahr.
  4. Fuß- und Fingernägel mit spezieller Baby-Nagelschere (mit abgerundeter Spitze) oder mit einem Knipser nicht zu kurz schneiden, sonst besteht die Gefahr einer Nagelbettentzündung. Bei Neurodermitis sollten scharfe Ecken entfernt werden, sonst besteht beim Kratzen Verletzungsgefahr.
  5. Zum Wohlfühlen für Zwischendurch tut eine Massage mit pflegenden Ölen (z. B. Mandel- oder Jojobaöl) besonders gut - doch nur auf ekzemfreien Hautstellen.

Hilfe für den wunden Po

Sorgfältige Hautreinigung mit lauwarmem Wasser, konsequenter Verzicht auf Seifen, Fertigwindeln mit starker Saugkraft und intensiver Hautschutz sind die Grundpfeiler der Hautpflege sowohl beim Wundsein als auch bei einer Windeldermatitis. Auf Öl- oder Feuchttücher wird besser verzichtet, da sie hautreizende Zusätze (z. B. Duftstoffe) enthalten können.

Bevor die neue Windel angelegt wird, muß die Haut vollständig trocken sein auch in den Leistenbeugen. Dazu läßt man das Baby entweder mit nacktem Po gründlich „an der Luft“ trocknen oder nimmt einen Fön zur Hilfe. Dabei nur kalte bis lauwarme Temperatur einstellen, durch Überwärmung wird Juckreiz verstärkt. Um die gereinigte Haut vor erneuten Reizen zu schützen und den Heilungsprozeß zu unterstützen, sollte der betroffene Hautbereich mit besonders hautverträglichen Salben, die auf den pH-Wert der gesunden Haut eingestellt sind, behandelt werden. Besonders bei Neurodermitis kein Babyöl verwenden, das kann zu verstärktem Schwitzen, Hitzestau und Juckreiz führen. Das A&O der Therapie, aber auch die beste Vorbeugung ist häufiges Wickeln! Häufig heißt etwa alle drei bis vier Stunden und natürlich immer dann, wenn die Windel „voll“ ist. Dem Po tut es besonders gut, wenn Baby zwischendurch auch einmal ohne Windel spielen oder krabbeln darf.

Katzenwäsche - für Babys genau das Richtige

Die empfindliche Babyhaut schützt man am besten, wenn man sie soweit wie möglich in Ruhe läßt. Da Babys noch nicht schmutzig sind, reicht ihnen ein Minimum an Körperpflege aus.

Sonne - für Babyhaut tabu

Da die hauteigenen Sonnenschutzmechanismen noch nicht funktionieren, dürfen Babys unter einem Jahr auf keinen Fall direkt der Sonne ausgesetzt werden! Und auch im Schatten sollten sie mit schützender Baumwollkleidung inklusive Sonnenhut bedeckt sein. Ab dem ersten Lebensjahr können die Kleinkinder ganz langsam an die Sonne gewöhnt werden. Schützende Kleidung und spezielle Sonnenschutzpräparate helfen, Hautschädigungen durch UV Strahlung zu vermeiden.

Säuglingspflegekurs

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Keine Wattestäbchen benutzen

Um das Ohr sauber zu halten, sollten keine Wattestäbchen benutzt werden. Eventuell vorhandener Ohrenschmalz wird damit nur noch tiefer in den Gehörgang geschoben, teilt die BKK ESSANELLE mit. Der Ohrenschmalz kann zu einem Pfropfen anwachsen, der beim Duschen oder Baden aufquellen und den Gehörgang verstopfen kann. Solch ein Gehörgangverschluss muss dann von einem Hals-Nasen-Ohrenarzt behandelt werden. Normalerweise reinigt sich das Ohr selbst. Winzige Flimmerhärchen sorgen dafür, dass Fett, Talg oder auch Fremdkörper langsam aus dem Gehörgang herausbefördert werden. Zu viel Herumreiben schädigt die Flimmerhärchen, der Mechanismus funktioniert nicht mehr. Deshalb sollten nur Tücher oder Waschlappen verwendet werden, auch keine so genannten Sicherheitswattestäbchen, die es vor allem für Kinder gibt.


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