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Babytrage: Wie du die richtige Tragehilfe findest

Babytrage

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Babytrage

Warum eine Babytrage?


Eine Babytrage ist wie das klassische Tragetuch für einen engen Körperkontakt zwischen Eltern und Kind sinnvoll. Sie wird ohne zu binden, ähnlich wie ein Rucksack, mit Schulter- und Bauchgurten eingestellt. Ein Umstellen ist also nur notwendig, wenn sie von unterschiedlich großen Trägern genutzt wird. Deshalb ist sie oft schneller anzulegen als ein Tragetuch; diese Flexibilität wird von vielen Eltern geschätzt. Auch zuhause kannst du dein Baby so in jeden Raum ganz einfach mitnehmen, ein Vorteil gegenüber einem Kinder- oder Stubenwagen.


Ab wann ist eine Trage sinnvoll?


Ab der Geburt oder doch später? Babys sind Traglinge. Das heißt, sie brauchen Wärme und Körperkontakt, die durch das Tragen gewährleistet werden, und sie sind auf das Tragen „eingestellt“. Denn hebt man Babys hoch, halten sie eine gewisse Körperspannung und ziehen die Beine an, sodass die Beinchen in die richtige Position kommen. Das Tragen ist also bei richtiger Haltung sehr gesund, von Geburt an zu empfehlen und besonders für Frühchen geeignet.


Tragen geht aber besser mit Tragetüchern, denn Tragehilfen sind meist nicht für Neugeborene gemacht. Verallgemeinern kann man das allerdings nicht, und so muss man immer im Einzelfall schauen, welche Angaben der Hersteller macht. Manche Tragen haben einen Neugeboreneneinsatz und eine Kopfstütze, sodass auch Säuglinge darin getragen werden können.


Und auch wenn das Tragen schon ab dem ersten Tag empfohlen wird, sollte man sich keinen Stress machen. Im Wochenbett solltest du deinem Körper die verdiente Ruhe gönnen. Wenn du dich sofort bereit fühlst zum Tragen – sehr gut. Wenn du noch einige Wochen brauchst – auch sehr gut. Hol dir die Hilfe, die du benötigst und überlaste dich nicht mit zu hohen Ansprüchen.


Was ist wichtig bei einer Trage fürs Baby?


Was muss man also beim Kauf beachten und woran erkennt man eine gute Trage? Der Stoff der Tragehilfe muss für Träger und Getragenen passen. Das heißt, die Gurte dürfen nirgends einschneiden und der Stoff sollte den Rücken des Kindes weder einengen noch Lücken lassen.


Außerdem sollte der Steg von der einen Kniekehle des Babys bis zur anderen reichen, damit die richtige Sitzposition beibehalten wird.


Das Gewicht deines Babys sollte sich gleichmäßig verteilen. Auch eine gute Polsterung ist wichtig und für Babys, die ihren Kopf noch nicht halten können, ist eine Kopfstütze unverzichtbar.


Achtung: Babys mit dem Gesicht nach vorne schauend zu tragen, wird nicht empfohlen! Dabei hängen die Beine herab, was die Hüftgelenke nachhaltig schädigen kann. Außerdem kann es zu einer Reizüberflutung kommen, das Baby kann sich den Eindrücken nicht entziehen. Von dem Tragen mit dem Rücken des Babys am eigenen Bauch ist deshalb dringend abzuraten.


Babytragen, in denen das Baby liegt, sind auch nicht das Beste für das Baby. Auf Hüfte und Wirbelsäule sowie die Bandscheiben wird dabei ein unnatürlicher Druck ausgeübt. Zwischendurch zum Stillen kann man das Baby in dieser Position tragen, die Position ist aber nicht für ein dauerhaftes Tragen empfohlen.


Welche Babytrage ist die richtige für mich?


Es gibt nicht die eine richtige, perfekte Babytrage. Jetzt weißt du im Groben, worauf es bei einer Babtrage ankommt, nun heißt es „Probieren geht über Studieren“. Bei Trageberaterinnen oder in deiner Hebammenpraxis kannst du oft unterschiedliche Modelle mit dem eigenen Baby ausprobieren. Nicht unbedingt ist die Lieblingstrage deiner Freundin auch die, die zu dir, deinem Partner und eurem Kind am besten passt. Vielleicht findest du schon unter unseren Produkttests eine Anregung. Es ist leider selten von Erfolg gekrönt, die Trage vor der Geburt zu kaufen.


Übrigens: Die Tragen sind für Frauen und Männer geeignet. Höchstens was die Größe oder den Umfang betrifft, muss Papa oder Mama nach der Benutzung vom Partner die Trage anpassen. 


Vor besonderen Herausforderungen stehen Zwillingseltern. Aber auch hier muss man nicht gleich aufgeben, denn auch Zwillinge lassen sich sogar beide auf einmal tragen. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten. Sinnvoll kann es sein, für jedes Kind ein Tuch zu kaufen, sodass man die Kinder einzeln ablegen kann. Man kann beide Kinder seitlich tragen oder eins auf dem Rücken und eins vorne. Diese Tragearten sind aber eher bei älteren Kindern möglich. Gerade hier kann eine Trageberatung weiterhelfen.


Wie trage ich mein Baby sicher?


Das Wichtigste beim Tragen ist, dass dein Kind die richtige Haltung hat. Die Beine müssen unbedingt in der Anhock-Spreiz-Stellung sein, auch M-Stellung genannt. Die Knie befinden sich auf der Nabelhöhe des Babys.


Auch auf die Wirbelsäule muss man achten: Sie darf nicht überstreckt sein, sodass der Kopf nach hinten kippt. Wie rund die Wirbelsäule beim Tragen ist, unterscheidet sich je nachdem, wie alt dein Baby ist. Säuglinge haben beim Tragen eine C-Wirbelsäule, also einen runden Rücken.


Die Traghöhe des Babys nennt man auch Kopfkuss-Höhe: Du solltest deinen Schatz auf den Kopf küssen können. Niemals sollte das Kind in sich zusammensinken. Auch wenn es zahlreiche YouTube-Videos und Online-Anleitungen gibt: Der beste und sicherste Weg ist eine Trageberatung.


Wie lange tragen?


Wenn du dich durch den Dschungel der Trageangebote gekämpft hast, bleibt noch die Frage: Wie lange am Tag kann ich mein Kind in der Trage tragen? Und wie viele Monate oder Jahre trägt man sein Kind überhaupt?


Du kannst dein Baby täglich so lange tragen, wie es für euch beide angenehm ist. Solange die Trage die richtige Haltung garantiert, sind dem Tragen kaum Grenzen gesetzt. Damit sich das Kleine ausreichend bewegen kann, sollte man es zwischendurch herausnehmen und eine Tragepause machen. Diese Pausen entstehen aber meist schon ganz natürlich durch das Wickeln und Füttern. Aber auch wenn dein Baby mehrere Stunden am Stück an deiner Brust schläft, ist das kein Problem und du brauchst es nicht extra aufzuwecken.


Und auch was die Tragedauer betrifft: So lange, wie es für euch passt, könnt ihr euren Schatz tragen. Auch mit drei oder vier Jahren oder sogar länger kann man Kinder noch tragen (solange der Rücken und die Trage es mitmachen). Die Häufigkeit des Tragens am Tag wird sich von selbst verringern, denn Kinder wollen beim selbstständigen Laufen ihre Umgebung entdecken.


Verwöhne ich mein Kind nicht durch zu langes Tragen?


Nein, denn durch das Tragen kommst du seinen natürlichen Bedürfnissen nach. Das Tragen dient als Pause auf längeren Ausflügen. Und zwischendurch wollen Kinder dann ihrem Bewegungsdrang nachgehen. Auch den Kinderwagen oder den Buggy benutzt man lange Zeit, ohne dass er die Entdeckerfreude der Kinder einschränkt. Du kannst also auch große Kinder so lange tragen, wie es für euch passt.


Tragen nach dem Kaiserschnitt


Das Tragen ist auch nach einem Kaiserschnitt möglich. Hebammen und Ärzte empfehlen, sechs Wochen nicht schwer zu heben. Das ist natürlich schwer umzusetzen, denn sein Baby möchte und muss man schließlich Tragen und Wickeln. Deshalb heißt es, auf das Bauchgefühl hören, sich nicht überlasten und Hilfe holen, wenn man sie braucht. Babytragen, bei denen der Hüftgurt weiter oben sitzt, belasten die Narbe nicht. Vielleicht kann dir auch deine Hebamme gute Techniken zeigen und dir zunächst beim Anlegen helfen. Manche Mütter tragen direkt nach einer Kaiserschnitt-Geburt, andere brauchen länger.


Einige Mütter berichten auch, dass der Druck eines Gurts die Narbenschmerzen verringert. Allerdings erniedrigt er auch die Blutzufuhr, wodurch der Heilungsprozess verlängert werden kann. Deshalb sollte man nicht zu lange einen solchen Druck auf die Narbe ausüben.


Hüftsitz – Seitliches Tragen


Beim seitlichen Tragen scheiden sich die Geister. Manche Tragen mit Kopfstütze sind schon für Neugeborene zu benutzen, andere Hersteller geben ein Alter von sechs Monaten an. Diese Angabe ist allerdings nicht unbedingt aussagekräftig, entwickelt sich doch jedes Kind unterschiedlich schnell. Einige haben vielleicht auch mit sechs Monaten keinen stabilen Halt. Wichtig ist jedenfalls, dass entweder das Köpfchen gestützt wird oder dein Baby den Kopf selbst halten kann. Bei Unsicherheiten kannst du deine Hebamme oder den Kinderarzt fragen.


Babytrage zum Stillen?


Auch oder gerade in der Trage ist das Stillen des Babys gut möglich. Sie erleichtert die Diskretion und das unauffälige Stillen an öffentlichen Orten. Außerdem ist nachgewiesen, dass das Tragen des Babys das Stillen verbessert.


Sitzen, gehen, stehen – Babytrage im Alltag


Ja, auch mit einem Baby in der Trage kannst du dich hinsetzen. Gerade im Bus ist das praktisch, denn so entfällt der sperrige Kinderwagen. Besonders im Haushalt sind die freien Hände durch die Trage von Vorteil, vor allem wenn dein Kind auf dem Rücken getragen werden kann.


Babytrage und Kinderwagen


Klingt erstmal seltsam, aber die Anschaffung eines Kinderwagens schließt den Kauf einer Trage nicht aus. Wie immer gibt es auch hier nicht den einen richtigen Weg, obwohl einige Eltern ihr Kind ausschließlich Tragen und wunderbar ohne Kinderwagen auskommen.


Der Kinderwagen hat den Vorteil, dass andere – Opa, Oma, Onkel – gut mit deinem Kind interagieren können. Auch die Bewegungsfreiheit und der große Stauraum sind ein Vorteil. Bei der Trage wird der direkte Kontakt und die gute Bindung zum Kind geschätzt. Hier liest du weitere Vor- und Nachteile vom Tragen beziehungsweise dem Wagen.


Kind über oder unter der Jacke tragen? – Kleidung und Zubehör


Kleine Babys kann man noch ganz praktisch unter der Jacke tragen. Dann reicht normale Hauskleidung aus und im Winter noch warme Söckchen oder Stulpen. In der kalten Jahreszeit ist das Zwiebelprinzip empfehlenswert, also mehrere dünne Schichten statt eine dicke. Dann kann man bei Bedarf sein Kind „herausschälen“. Generell wärmt sich dein Baby durch den innigen Körperkontakt gut auf und muss daher nicht extra dick eingepackt werden.


Sobald dein Kind nicht mehr unter deine Jacke passt, kannst du entweder zu Zubehör greifen oder einen Walkoverall für dein Kind kaufen. Dieser Anzug kann sehr praktisch sein, ist aber auch durch ein Mehr an Kleidung ersetzbar.


Als Zubehör stehen Cover, spezielle Tragejacken, Tragecover und Trageschals sowie Kumjas, also Jackenerweiterungen, zur Auswahl. Tragecover sind sowohl für Bauch-, als auch für Rückentragen geeignet.


Das Gesicht deines Babys kannst du im Winter mit einem Balsam schützen. Im Sommer ist ein Schwitzen an den Kontaktflächen normal.


Generell gilt: Die Trage ersetzt eine Kleidungsschicht.


Leihen und Mieten einer Trage


Bei verschiedenen Anbeitern im Internet kannst du ein Tragetuch oder auch eine Tragehilfe mieten. Das kann auch praktisch sein, um unverbindlich verschiedene Systeme auszuprobieren.


Durch Babytrage Rückenschmerzen?


Wenn du anfängst, dein kleines Baby zu tragen, ist das eigentlich ein gutes Training: Dein Kind wächst und so steigt die Belastung für deinen Rücken gemächlich. Aber je nach Konstitution und Vorgeschichte kann es auch zu Beschwerden kommen. Hat man bereits mit Bandscheibenvorfällen zu kämpfen gehabt oder leidet an Skoliose, sollte man vorher einen Orthopäden zu Rate ziehen.


An sich sind Schmerzen jedoch immer ein Warnsignal deines Körpers, auf das du hören solltest. Möglicherweise sitzt die Trage nicht richtig. Dann sollte man bei der Hebamme nachfragen oder den Sitz in der Trageberatung kontrollieren lassen. Es kann außerdem helfen, dein Kind abwechselnd vorne und hinten zu tragen. So werden verschiedene Muskelgruppen beansprucht.


Rückentrage – Das Tragen auf dem Rücken


Babys kann man mit einem Tragetuch und einer guten Beratung auch schon ab dem ersten Tag auf dem Rücken, also huckepack, tragen. Bei einer Tragehilfe sollte das Baby den Kopf selbstständig halten und sitzen können.


Wenn man sein Kind auf dem Rücken trägt, sieht man natürlich erst mal nicht mehr, was genau da hinten so vor sich geht. Man hat also schnell das Gefühl, nicht mehr die Kontrolle zu haben. Um dieser Angst entgegenzuwirken, gibt es mehrere Möglichkeiten. Ein Üben und Kontrollieren vor dem Spiegel gibt Sicherheit. Hast du Angst, dein Kind könnte herausfallen, kann man zunächst auf dem Sofa üben oder sogar mit einer Puppe oder einem Kuscheltier.


Joggen mit Babytrage


Das Joggen mit Baby in der Babytrage ist nicht möglich. Die starken Erschütterungen übertragen sich direkt auf den empfindlichen Körper des Kindes. Ob auf dem Rücken oder dem Bauch getragen – vom Joggen sollte man unbedingt absehen. Wenn dein Kind sicher alleine sitzen kann, kannst du dir einen Jogger Kinderwagen anschaffen, der explizit fürs Laufen gemacht ist.


Das Wandern mit Babytrage ist übrigens kein Problem. Ihr solltet nur darauf achten, dass die Babytrage den Anforderungen gerecht wird.


Babytrage und plötzlicher Kindstod?


Es gibt keinen nachgewiesenen Zusammenhang zwischen dem Tragen in der Babytrage und dem Plötzlichen Kindstod. Man sollte darauf achten, dass das Baby nicht überhitzt und frei atmen kann. Ein Vorteil der Trage ist, dass man sein Kleines immer bei sich hat und so schneller bemerken kann, wenn etwas sein sollte.


Babytrage häkeln


Eine Trage für das Baby kann man nicht selbst häkeln oder nähen. Aber eine Babytrage mit Puppe ist eine super Idee für das (zukünftige) Geschwisterkind. Die Puppentrage für die Puppe kann man entweder auch selbst häkeln oder ein Kuscheltier verwenden. So kann es sich wie ein Erwachsener fühlen und sich auch auf das Leben mit Geschwisterkind vorbereiten.



Erstausstattung: Was wirklich sinnvoll ist:

In der Rubrik Unterwegs gibt es außer Babytrage

Babytrage: Neuester Kommentar

Vroni, Wien meint:
28.06.2019 09:16
Ich persönlich bevorzuge ein Tragetuch. Die sehen besser aus und sind vielseitiger in der Handhabung.

Babytrage: weitere Kommentare

Sonja, Hofheim meint:
06.01.2016 09:38
Die Trage (Manduca) ist Gold wert. Beide Hände frei. Kind beruhigt sich durch Körperkontakt und schäumende Bewegung. Geht auch bei Papa und Oma.
Tamara Redick, Ulm meint:
29.10.2015 21:14
Am Anfang war ich sehr dagegen, doch dann war mir ganz schnell klar, dass eine Trage her muss. Unser Kleiner brauchte sehr viel Nähe und der Haushalt musste trotzdem erledigt werden. :-)
Jana, Bovenden meint:
27.10.2015 16:38
Vor allem jetzt beim zweiten Baby kann ich mir ein Leben ohne Trage gar nicht mehr vorstellen. Mit Baby in der Trage gelingt sogar der gröbste Hausputz ;)